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Kleve-Griethausen: Grundschule Griethausen droht das "Aus"

Kleve-Griethausen : Grundschule Griethausen droht das "Aus"

Die Klever Ratsfraktionen befürworten ein Auslaufen der Schule binnen vier Jahren und eine Umsiedlung in die Unterstadt-Spyckschule. Dort soll angebaut werden und ab 2018 zweizügig mit Motessori-Profil unterrichtet werden.

Die Tage der Montessori-Grundschule Griethausen sind offenbar gezählt. Am kommenden Dienstag wird die Klever Stadtverwaltung den Fraktionen im Schulausschuss vorschlagen, die Griethausener Grundschule innerhalb von vier Jahren auslaufen zu lassen. Und eine Umfrage der RP ergab, dass alle Fraktionen diesem Vorschlag zustimmen wollen.

Die Planungen, über die zunächst im Schulausschuss und final im Stadtrat in der Sitzung am 1. Oktober abgestimmt wird, im Detail: Durch Zusammenlegung der Grundschule Griethausen mit der Spyckschule am Standort Spyckstraße soll eine zweizügige Gemeinschaftsgrundschule mit Montessori-Profil entstehen. Vom 1. August 2015 bis zum 31. Juli 2018 bleibt die Grundschule Griethausen noch als Dependance der neuen Montessori-Gemeinschaftsgrundschule bestehen. Die jetzige Spyckschule erhält bis 2018 einen Anbau, um die neuen Schüler aufnehmen zu können; möglicherweise wird sie auch saniert.

Kurios: Das mögliche Aus der Griethausener Montessorischule ist ihrem Erfolg geschuldet. Die Einführung der Montessori-Pädagogik in Griethausen zum Schuljahr 2006/07 zielte auf den Erhalt des Standorts ab. Dieses Ziel wurde aber nicht nur erreicht, sondern stark übertroffen. "Jedes Jahr muss die Schulleitung das Aufnahmebegehren von Kindern ablehnen, da nicht ausreichend Plätze in der einzügigen Schule zur Verfügung stehen", heißt es in der Vorlage zum Schulausschuss.

 Die Spyckschule in Kleve soll Standort der neuen zweizügigen Gemeinschaftsgrundschule werden und ein Montessori-Profil haben.
Die Spyckschule in Kleve soll Standort der neuen zweizügigen Gemeinschaftsgrundschule werden und ein Montessori-Profil haben. Foto: Evers, Gottfried (eve)
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Die Klever Politik ist angetan von der Zusammenlegung der Schulen. "Man kann in Griethausen keine zweizügige Montessorischule einrichten. Ein Ausbau dort ist aufgrund der Geografie nicht möglich beziehungsweise sinnvoll", sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, Jörg Cosar. Und die Zusammenlegung diene andererseits dem Erhalt der Spyckschule. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Petra Tekath betont, dass der weitaus überwiegende Anteil der Kinder, die die Grundschule Griethausen besuchen, von außerhalb käme - eben, weil dort nach Maria Monetessori unterrichtet wird. "Auch deshalb unterstützen wir die Zusammenlegung und den Umzug an die Spyckstraße", sagt Tekath. Michael Bay, Sprecher der Klever Grünen, findet den Vorschlag "vernünftig". "Es gibt eine Warteliste von Kindern, die eine Montessorischule besuchen wollen. Diese Wünsche können wir in einer erweiterten Spyckschule erfüllen." Daniel Rütter, Fraktionsvorsitzender der FDP, findet, dass es keinen Sinn hat, den Standort Griethausen langfristig zu erhalten. "Dort gibt es einfach zu wenig Kinder. Die Spyckschule in Kleve liegt hingegen zentral", sagt der Liberale.

Einer der größten Befürworter des Umzugs an die Spyckstraße ist die Leiterin der Grundschule Griethausen, Alexandra Ziegler. "Hier ist es viel zu beengt. Außerdem ist die Schule in einem schlechten baulichen Zustand", gibt sie zu Bedenken.

Würde der Rat entsprechend beschließen, wären die jetzigen Erstklässler die letzten Kinder, die ihre Grundschullaufbahn an der Montessorischule Griethausen beenden würden.

(RP)