Kleve Grüne: Wolf als Wahlkampfthema ungeeignet

KLEVE · Die Grünen im Kreis Kleve kritisieren eine geplante Veranstaltung auf dem Klever Koekkoekplatz, bei der Nutztierhalter für Maßnahmen gegen den Wolf protestieren wollen.

 Wölfe wurden in jüngster Zeit vereinzelt auch am Niederrhein gesichtet.

Wölfe wurden in jüngster Zeit vereinzelt auch am Niederrhein gesichtet.

Foto: dpa/Boris Roessler

Der Wolf kehrt in seine alte Heimat zurück, nachdem er 150 Jahre ausgerottet war. Die einen freut‘s, die anderen reagieren mit Skepsis und Verunsicherung, der Naturschutzbund NABU hat sogar den 30. April zum „Tag des Wolfes“ ausgerufen. Der Ex FDP-Kandidat Georg Cluse, der sich jetzt für die Freien Wählen engagiert, hat dagegen für Freitag, 29. April, 15 Uhr, auf dem Koekkoekplatz zum Protest der Nuztierhalter gegen den Wolf aufgerufen. Die neue Wolfsverordnung NRW sei aus Sicht der Weidetierhalter ein gutes Beispiel, „dass nicht verstanden wurde, was überhaupt auf dem Spiel steht, beziehungsweise welchen ökologischen Nutzen auch die Weidetierhaltung mit sich bringt“, sagt Cluse.

Das sehen die Grünen im Kreis Kleve anders: Das angedachte Veranstaltungsformat und die schon angemeldete Abschlussdemonstration ließen keine ergebnisoffene und fundierte Diskussion erwarten, schreibt Grünen-Kandidat Volkhard Wille. „Zwar hat sich im Kreis Kleve bisher weder ein Wolf, noch ein Wolfsrudel angesiedelt, allerdings machen hin und wieder wandernde Jungwölfe im Kreis Kleve Station und im Wolfsgebiet Schermbeck im benachbarten Kreis Wesel kommt es regelmäßig zu Rissen. Nachweislich wurden alle Risse im Wolfsgebiet Schermbeck von der Wölfin Gloria durchgeführt“, erläutert Wille. Übergriffe auf Nutztiere seien daher meist kein generelles Problem sondern werden durch problematische Einzeltiere verursacht.

„Von daher nehmen die Grünen die Sorgen der Weidetierhalter im Kreis Kleve ernst. Wir denken, dass grundsätzlich ein Zusammenleben von Wolf und Landwirtschaft möglich sein muss“, sagt Wille. Entsprechende Förderungen von Schutzmaßnahmen wie Zäunen und Hütehunden sowie Entschädigungszahlungen seien durch das Land NRW mittlerweile in einer Wolfsverordnung geregelt. Dort sei auch die Entnahme einzelner Problemtiere vorgesehen. Normalerweise sei der Wolf ein scheues Tier, das die Siedlungen der Menschen meidet. „Es gibt aber einzelne Problemtiere, die diese Scheu verloren haben und auch Schutzzäune regelmäßig überwinden“, so Wille weiter. „Hier besteht dann die Möglichkeit, diese Problem-Wölfe zu entnehmen.“

Die Grünen seien große Befürworter der Weidetierhaltung, egal ob Rind, Schaf oder Pferd. Der Schutz des Wolfes dürfe nicht dazu führen, dass die Weidetierhaltung weiter zurückgeht. Aber: „Der Schutz des Wolfes ist eine Frage der ausbalancierten Abwägung und nicht geeignet für platte Wahlkampfparolen“, sagt Volkhard Wille.

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