Kleve: Großbrand im Holzland

Kleve : Großbrand im Holzland

Mindestens 500 000 Euro Sachschaden nach nächtlichem Feuer bei Dorsemagen. 85 Wehrleute aus dem ganzen Klever Stadtgebiet waren im Einsatz. Benachbarte Häuser wurden evakuiert. Brandstiftung nicht ausgeschlossen.

Ein Großbrand vernichtete in der Nacht zu Sonntag Lager und Lagerhalle des Klever Traditionsunternehmens Holzland Dorsemagen. Schaden: geschätzt mindestens 500 000 Euro. Fast die komplette Wehr des Klever Stadtgebietes musste nach dem ersten Alarm um 3.25 Uhr mit den Löschzügen Kleve, Kellen, Wardhausen-Brienen, Rindern, Donsbrüggen, Materborn, Reichswalde und etwas später noch Düffelward und Keeken ausrücken, um den Brand in den Griff zu bekommen. Durch den massiven Einsatz von 85 Wehrleuten konnten ein Übergriff auf die Haupthalle verhindert sowie die Verwaltung und die Verkaufs- und Schauräume gerettet werden.

"Was uns wichtig ist: Die Geschäfte gehen weiter. Zwar sind Lagerbestände zerstört worden, aber ein nicht geringer Teil des Lagers ist auch erhalten geblieben", sagte gestern Christian Dorsemagen, Geschäftsführer des seit über 100 Jahren in Hafen- und Citynähe gelegenen Holzhandels, im Gespräch mit der RP. Und: Der Standort des Geschäftes sei nicht gefährdet.

Als in der Nacht die Klever Wehr eintraf, brannte das erste Holzlager, schlugen die Flammen schon weit sichtbar hoch in den Klever Nachthimmel. "Wir hatten Glück im Unglück: Ein Löschzug war gerade von einem Einsatz zurück und konnte postwendend ausrücken, als der Alarm kam", sagte Wehrleiter Jürgen Pauly. Als er die Flammenwand sah, war für ihn klar: Hier kann nur der massive Einsatz alles Klever Löschzüge helfen. Mit vereinten Kräften wurde eine Wasserwand zwischen der brennenden Lagerhalle und den Schau- und Verkaufsräumen "gestellt", die ein Übergreifen des Brandes verhinderte.

"Dennoch mussten wir sicherheitshalber die Häuser der Hafenstraße evakuieren", sagt Pauly. Für ein halbes Dutzend Familien war die Nacht zu Ende — sie konnten erst am frühen Morgen gegen sechs Uhr (so Pauly) wieder in ihre Wohnungen zurück. Trotz der Wasserwand und der schnellen Brandbekämpfung entwickelte das Feuer eine enorme Hitze, so dass die Kunststoffverkleidung des gegenüberliegenden Lager-Giebels verschmorte.

Auch bekam durch den massiven Einsatz ein Hydrant Probleme. Doch vorsorglich hatten die Blauröcke fünf, sechs Rohre in den nahen Spoykanal gelegt, so dass zu keiner Zeit wirklich Wassermangel herrschte. Immer wieder flammten Brandnester zwischen den Holzstapeln auf, so dass die Wehr erst gestern um 14.10 Uhr mit den Aufräumarbeiten beginnen konnte. Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden, so gestern die ersten Erkenntnisse der ermittelnden Kriminalpolizei in den immer noch qualmenden Brandresten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Lagerhalle einer Holzhandlung ausgebrannt

(RP/jul)
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