"GreenLive" in Kleve: Landwirte träumen im Wunderland

Kreis Kleve : Landwirte träumen im Wunderland

Die Agrarmesse "GreenLive" bietet alles, was das Herz der Landwirte höher schlagen lässt. 280 Anbieter präsentieren in den vier Messehallen des Wunderlandes Kalkar Dienstleistungen und Produkte. 20.000 Besucher werden erwartet.

Dicht gedrängt schieben sich die Besucher durch die vier Ausstellungshallen, sammeln zahlreiche Kataloge, jonglieren Werbegeschenke. Und der eine oder andere reibt sich auf dem Kalkarer Messegelände des Wunderlandes erstaunt die Augen, denn die mittlerweile elfte Auflage der Agrarmesse "GreenLive" bietet alles, was insbesondere das Herz der Landwirte höher schlagen lässt.

Noch bis zum morgigen Mittwoch präsentieren 280 Anbieter aus verschiedensten Bereichen der Agrarwirtschaft jeweils von 13 bis 22 Uhr ihre Dienstleistungen und Produkte. Und das auf 12.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche. "Wir haben uns schon wieder vergrößert", sagt Georg Remy. "Ich hoffe, dass das Wunderland bald die nächste Messehalle anbaut, die würden wir nämlich auch noch vollmachen", erklärt der Projektleiter stolz.

Remy erwartet an den drei Messetagen etwa 20.000 Besucher. Schwerpunkt der Fachausstellung: Produkte und Dienstleistungen für Pflanzenproduktion und Tierzucht. Erstmals findet bei der "GreenLive" das niederrheinische Milchforum statt. Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers betont, was die Landwirte am Niederrhein leisten - und rechnet vor, dass Kleve in NRW der Kreis mit den meisten Milchkühen ist: "In 546 Milchviehbetrieben gibt es 56.412 Tiere. Damit führen wir die Hitparaden an."

Die Wirtschaftsförderung (WfG) Kreis Kleve - die sich erneut mit einem großen Reisebus-Oldtimer aus den 60er Jahren präsentiert - nutzt die Messe zum Austausch mit den Betreibern der 388 Ferienwohnungen im Gebiet, die sich über die Klassifizierung der Wohnungen informieren. Simone Meesters, die im Namen der Kreis-WfG die Vor-Ort-Prüfungen durchführt, steht für Fragen bereit - und sieht sich einer langen Schlange von Besuchern gegenüber. "Ich freue mich, dass der Andrang so groß ist", sagt Meesters, die hauptsächlich Fragen zu den Kriterien des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) beantwortet. Gestern Morgen war sie schon vor Messebeginn im Einsatz: "In Emmerich habe ich zwei Wohnungen klassifiziert." Etwa jede fünfte Wohnung in der Region ist derzeit mit zwei, drei, vier oder fünf Sternen ausgestattet.

Im dichten Getümmel stehen die Besucher aber nicht nur bei der Kreis-WfG, denn auch an anderen Ständen, wie dem von Heinz Pieper Landtechnik aus Rees, ist die Hölle los. Publikumsmagnet sind Landmaschinen. Das neueste Fahrzeug, das zu sehen ist: der Weidemann eHoftrac 1160, ein knickgelenkter Hoflader, vielseitig einsetzbar und akkubetrieben. Zum "Traum aller Landwirte" erklärt Firmeninhaber Heinz-Josef Pieper die Maschine, die nahezu geräuschlos läuft. Doch nicht nur die kleinen Lader, auch die großen Ernte- und Mähmaschinen werden bestaunt und erklettert.

Die acht Studenten, die die Hochschule Rhein-Waal in Szene setzen, haben jedoch keine Zeit, 3,80 Meter hohe Trecker zu bewundern. Die Gruppe, die den Auftritt selbstständig geplant und gut zu tun hat, besteht aus Studierenden der Studiengänge Agribusiness und Sustainable Agriculture. Plastisches Anschauungsmaterial haben sie auch mitgebracht: Bananen aus dem Hochschul-Gewächshaus. "Wir wollen Kontakte zu den Firmen knüpfen und den Nachwuchs für unser Studium begeistern", erklärt Christian Dieckmann. Mit den Plakaten von spannenden Praxissemestern dürfte das gelingen: Benedikt Bartelt hat immerhin 20 Wochen auf einer Mango-Farm in Südafrika gelernt .

(RP)