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Gras als Viehfutter fehlt den Landwirten.

Landwirtschaft : Wühlmaus und Dürre setzen Grasflächen für Viehfutter zu

Die Agri V Raiffeisen Genossenschaft für die Kreise Wesel und Kleve hatte Landwirte auf Haus Riswick nach Kleve eingeladen.

200 Zacken ziehen Unkraut heraus, lüften die Nabe, bessern die Grünfläche. Zugleich wird neu gesät. Sechs Meter breit ist das dunkelblaue Arbeitsgerät, ein Grasstriegel, der hinter einem Schlepper hängt und das grüne Gras für die Landwirtschaft verbessern soll. Nach unten trägt er die 200 Zacken, oben eine „Schütte“ für den Samen. „Wir greifen mechanisch statt chemisch ein“, sagt Daniel Hoffmann von der Agri V in Louisendorf.

Gras ist wichtig für den Landwirt. Doch gerade das Gras hat gelitten durch die Dürrejahre. Dazu kamen vergleichsweise warme Winter und damit eine Mäuseplage. „Wir haben auf einer acht mal acht Meter großen Fläche fast 360 Mauselöcher gezählt“, sagt Sabine Rahn. Das Problem ist aber nicht die Mäuseplage allein. Die kommt sozusagen „oben drauf“, sagt die Raiffeisen-Produktmanagerin. Bei den Mäusen helfe die Natur: sie setze auf Eulen und Greifvögel, die wie der Fuchs den Nagern zu Leibe rücken werden. Das Problem sei aber die Dürre, unter der das Gras leide: „Es wächst nicht und damit schwinden die Futterreserven“, sagt die Agrarfachfrau. Deshalb hatte die Agri V Raiffeisen Genossenschaft für die Kreise Wesel und Kleve zu einer Info-Veranstaltung auf Haus Riswick nach Kleve eingeladen. Mit Vorträgen und einer Präsentation von Geräten.

„Der Regen der letzten Wochen täuscht: Das Grünland hat durch Hitzestress in zwei Jahren und durch Mäusefraß zum Teil stark gelitten. Deshalb wird auch gutes Saatgut knapper, weil auch Saatgutvermehrung von diesen Problemen betroffen ist“, sagt Stefan Wichmann vom Agri V Beratungsteam Grünland und Futterbau. Das belastet die Betriebe: „Durch Nachsaat und das mechanische Striegeln der Flächen lassen sich die Schäden in der Grasnabe zum Teil beheben, das kostet Zeit und Geld – ist aber in diesem Jahr unerlässlich“, so Wichmann weiter. Aber darauf könne der Landwirt nicht verzichten, denn eine gute Grundfutterqualität sei die Grundlage für die erfolgreiche Milchviehhaltung und wirkt sich auf mehr als die Hälfte des Betriebsergebnisses aus, erklärt Theo Donderwinkel, Teamleiter bei Agri V. Der Landwirt müsse jetzt noch mehr darauf achten, dass die Grasqualität gut bleibt durch entsprechende Maßnahmen wie das Striegeln und die Nachsaat. Es gebe aber auch die Möglichkeit, veredelte, widerstandsfähigere Gräser zu säen, erklärte Rahn den Landwirten. Das seien auch Gründe, warum die Milchviehhalter etwas höherer Milchauszahlungspreise erwarten, sagt Gerd Holtermann von der Agri V.