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Rp-Serie Unsere Seelsorger (46): Gottesdienste im Gartenbaubetrieb

Rp-Serie Unsere Seelsorger (46) : Gottesdienste im Gartenbaubetrieb

Pater Dr. Willem Hendriks OMI (Oblaat von Maria) war von 1973 bis 1986 Pastor der Gemeinde Herz-Jesu Reichswalde. Er sorgte dafür, dass die Pfarre eigenständig wurde.

KLEVE-REICHSWALDE Hannelore Erkens (63), die in Reichswalde geboren wurde, hat 25 Jahre von ihrem Wohnsitz Pfalzdorf aus das dörfliche und pfarrliche Leben und damit auch das Wirken von Pfarrer Hendriks miterlebt. Ihr verstorbener Mann, Arno Erkens, hatte die Verbindung mit dem Siedlerdorf als Fußballer, Jugendtrainer und Vorstandsmitglied des SSV Reichswalde stets aufrechterhalten. Und so hat Hannelore Erkens Fotos und Berichte über den Ordensmann archiviert, der am 14. April 1994 in Borken verstarb.

Willem Hendriks wurde am 11. Januar 1916 in Günnigfeld geboren und am 26. Juli 1943 zum Priester geweiht. In einem Bericht heißt es: "Die Reichswalder Kirche konnte kaum alle Gläubigen fassen, als Dr. Hendriks am 18. Mai 1986 (Pfingstsonntag) seinen Abschiedsgottesdienst mit der Gemeinde feierte. Bei dem anschließenden Empfang nahmen die Vertreter der Vereine Gelegenheit, ihrem Pastor für sein 13-jähriges segensreiches Wirken in Reichswalde zu danken und ihn und seine Haushälterin, Schwester Annette, mit den besten Wünschen in den wohlverdienten Ruhestand nach Grieth zu entlassen." "Sein engagierter Einsatz führte zu vielen Veränderungen und Neuerungen in der Pfarre", blickt Hannelore Erkens zurück.

Bei seinem Beginn war Reichswalde noch Pfarrrektorat und gehörte zur Pfarre St. Anna Materborn. Aber schon bald sorgte er dafür, dass Reichswalde eine selbstständige Pfarre wurde. Die seelsorgliche Betreuung seiner Gemeinde lag ihm sehr am Herzen. Er ging voll in seiner Pfarre auf, was man an vielen Dingen, die er bewegte, sehen konnte. Die Gestaltung der Gottesdienste, besonders zur Oster- und Weihnachtszeit, wertete die Eucharistiefeier auf. Er ging auf die örtlichen Begebenheiten ein, wie Landwirtschaft und Gartenbaubetriebe, und verlegte Bittgottesdienste ins Freie, dorthin, wo die Menschen arbeiteten. Er aktivierte die Reichswalder Bürger zur aktiven Mitarbeit als Lektoren, Kommunionmütter und Firmhelfer. Er regte Bibelkreise an, in denen die Auseinandersetzung mit dem geschriebenen Wort gefördert wurde. Während seiner Amtszeit fanden auch zwei Missionswochen in der Gemeinde statt. Es wurde besonders der Gesichtspunkt der Ökumene berücksichtigt. Pastor Hendriks war stets für die alten Leute, Kranken und notleidenden Mitbürger da. Er spendete ihnen christlichen Trost und praktizierte tätige Anteilnahme und Nächstenliebe.

Pastor Dr. Willem Hendriks war Präses der örtlichen kirchlichen Vereinigungen und förderte das dörfliche kulturelle Leben. Aber auch die kirchlichen Baulichkeiten kamen in seiner Amtszeit nicht zu kurz. Er ließ die Kirche restaurieren, und sie bekam einen neuen Anstrich. Die Heizung und der Kamin wurden ersetzt. Die Orgel wurde renoviert.

Im Seitenschiff entstand ein neuer Altar für die Wochentagsmessen. Das Pfarrheim im oberen Teil der Kirche wurde ausgebaut. In der Schule wurden Räumlichkeiten für die Bücherei angemietet. Auch die Frauengemeinschaft hatte dort einen Raum zum Tagen, wie auch der Leprakreis. Auf dem kirchlichen Grundstück neben dem Pfarrhaus sorgte er für einen Bolzplatz für die Kinder.

(RP)