Kreis Kleve: Gold für die Hochschule

Kreis Kleve : Gold für die Hochschule

Montag startet der Umzug der Hochschule Rhein-Waal ins Klever Hafengelände. Die Kartons sind gepackt. Die RP besichtigte im Vorfeld mit Planer Dierk Schafmeyer von nps tchoban voss-Architekten den Campus.

Audimax steht in großen, klaren Buchstaben auf der Wand. Grau auf Gold. Vier Etagen hoch schimmert das Gold, spiegelt das Licht sonnig zurück ins Foyer. Die Treppenläufe wirken wie Hohlwege, wenn man 'rauf schreitet. Auf den Podesten dann der Blick durch die gläserne Wand des Foyers hinaus auf den Campus. Doch noch kann das Foyer des Hörsaalzentrums, das das Zeug zur "guten Stube" der Hochschule hat, seine imposante Wirkung nicht entfalten: Gerüste verstellen den Weg.

Haus 13 dagegen sieht von außen fertig aus. Hell leuchtet die weiße Aluminium-Fassade in der Sonne, oben sind Fensterflügel geöffnet, einige der Sonnen-Rollos heruntergelassen. Unten im überhöhten Technikbereich stapeln sich allerdings, wenige Tage vor dem Umzug, noch abgelegte Pappendeckel auf dem Betonboden, eine Aluleiter liegt schräg darüber, der Aufzug ist gesperrt. Vor ihm parkt ein Hubwagen. Im Treppenhaus ist überhöhter Handwerkerbetrieb. Trepp-auf und Trepp-ab. Oben wiederum, am Ende der Treppen, residiert das Baubüro der Kreis Klever Bauverwaltungsgesellschaft. Aktenordner an der Wand, Schreibtische — es wird gearbeitet. Hinten klingelt ein Telefon. Hier oben ist das Gebäude augenscheinlich fertig. Haus 13 ist in der Reihe der Institutsbauten das letzte. Von der Stadt aus beginnt die Hochschule mit Haus 5, dessen Rohbau auch als Erster stand. Hier wird noch letzte Hand an die Laboreinrichtungen gelegt.

Dipl.-Ing. Dierk Schafmeyer vom Hamburger Büro nps tchoban voss- Architekten, das die Hochschule federführend plante, ist zufrieden. Trotz Leiter, Pappendeckel, Hubwagen. "Das ist normal", sagt er mit Blick auf die Arbeitsutensilien. Im Gegenteil: Die Kreis Klever Bauverwaltungsgesellschaft (KKB) habe herausragende Arbeit geleistet, ein solch großes Projekt passend zum Termin übergabefertig zu haben — trotz der vielen Änderungen und Anpassungen an die wachsende, sich findende Hochschule und ihren Anforderungen. "Da muss man den Fachplanern und der KKB einen großen Respekt zollen. Tolle Leistung", sagt der Hamburger.

Man habe die Hochschule bewusst in dieser Gradlinigkeit und Modernität gezeichnet, ihre Gestaltung sollte die zukunftsweisenden Fachrichtungen unterstreichen und daneben funktional und wirtschaftlich sein, erklärt Architekt Dierk Schafmeyer beim Gang durch die gläsernen Korridore, die die Häuser verbinden. Jetzt riecht es auf diesen Gängen nach Linoleum. Auch das wird in den Tagen vor dem Umzug noch verlegt.

Die Hamburger Architekten haben die Haupttreppenhäuser der einzelnen Gebäude in Farbgruppen eingeteilt: Magenta die Häuser, die hinterm Speicher liegen, knallgrün die vor dem Speicher und schließlich gelb die auf der anderen Kanalseite, wo das Hörsaalzentrum liegt. Das erhielt Gold. "Diese Farben sollen aus den beleuchteten Treppenhäusern strahlen", sagt der Planer.

Während die Technikhalle bereits besenrein ist, wird im Audimax noch fieberhaft gearbeitet. Schreiner bauen die Sitzstufen, die große Leinwand für Projektionen fehlt noch. Die Sitze sollen in den nächsten Wochen kommen, zum Vorlesungsbeginn sollte alles fertig sein. "Das wird", sagt Schafmeyer, und streicht beim Gang die Treppe runter am Beton entlang. "Der Sichtbeton ist gut", lobt er den Klever Unternehmer Tönnissen. Zu Vorlesungsbeginn gibt's dann auch Kaffee in der schicken, halbrund angelegten Cafeteria im Erdgeschoss. "Den kann man dann auch draußen auf den Stufen genießen", sagt der Architekt. Die werden in den nächsten Tagen mit Basalt belegt.

(RP)
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