Bedburg-Hau: Gocher Investor zieht Angebot für Golfresort zurück - Zukunft ist offen

Bedburg-Hau: Gocher Investor zieht Angebot für Golfresort zurück - Zukunft ist offen

Alles hatte nach einem guten Ende für das Schloss Moyland Golfresort ausgesehen: Eine Investorengruppe um den Gocher Ralf Billion hatte den Zuschlag für die angeschlagene Anlage erhalten, nachdem Millionär und Investor Sander van Gelder die Aufgabe des Clubs angekündigt hatte.

Mittlerweile könnte man aber den Eindruck gewinnen, das Insolvenzverfahren rund um das Golfresort entwickelt sich zur unendlichen Geschichte. "Der Investor hat mir Sonntag mitgeteilt, dass er das Angebot zurückgezogen hat", sagt Insolvenzverwalterin Natascha Habura. "Er hat keinen Grund genannt, für mich hat es auch keine Vorzeichen gegeben", sagt sie. Sie könne nicht sagen, ob ohne ihr Wissen Gespräche im Hintergrund stattgefunden hätten. "Wir waren uns ja eigentlich einig", sagt sie. Wie sich herausgestellt hat, konnte der Investor sein Angebot noch zurückziehen, weil bisher nichts vertraglich beim Notar festgehalten war.

Der Präsident des Vereins Schloss Moyland Golfresort, Hanns-Peter Spohn, hat seine Mitglieder auf einer Versammlung am Sonntagvormittag informiert. "Man kann sich vorstellen, dass es eine sehr lebhafte Versammlung war. Die Investorengruppe gibt es so nicht mehr", sagt Spohn. An das endgültige Aus möchte er aber noch nicht glauben. "Es ist wahr, es gibt Schwierigkeiten. Aber das ist immer ein Pokerspiel, da geht es um erhebliche Geldbeträge", meint der Präsident.

Jedoch scheinen immer mehr Mitglieder die Hängepartie nicht mehr mitmachen zu wollen. Hielten zu Beginn des Insolvenzverfahrens noch 147 Mitglieder dem Verein die Treue, sollen mittlerweile etwa 20 von ihnen gekündigt haben. "Wir treffen uns am 11. Mai wieder. Wenn es bis dahin keine neuen Entwicklungen gibt, werden wir die Auflösung des Vereins wieder auf die Tagesordnung setzen", sagt Spohn. Auch wenn die etwa 60 anwesenden Mitglieder auf der Versammlung am Sonntag deutlich gemacht hätten, dass sie dies eigentlich ablehnen.

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Derzeit wird heftig darüber spekuliert, weshalb die Investorengruppe ihr Angebot zurückgezogen hat. Deren Sprecher, Ralf Billion aus Goch, war am Montag für keine Stellungnahme zu erreichen. Den Gerüchten zufolge soll die Gruppe erst kurzfristig vor dem Zuschlag Einblick in den Erbbaupachtvertrag erhalten haben. Als sie diesen nach der Zusage genauer überprüften, hätten sie festgestellt, dass dieser nicht beleihungsfähig ist und den Investoren so keine Sicherheit bietet. Daraufhin hätten sie das Angebot zurückgezogen. Andere Spekulationen besagen, dass man sich schlussendlich doch nicht über die Pacht einig geworden sei.

Der Eigentümer des Grundstücks Adrian von Steengracht zeigt sich betroffen von der Entwicklung. "Ich habe auch erst am Freitag davon erfahren", sagt er. Das habe alle Beteiligten kalt erwischt. "Konkrete Gründe wurden mir nicht genannt", meint van Steengracht. Auch Insolvenzverwalterin Natascha Habura hat von den Gerüchten gehört, kann sie aber weder bestätigen noch ausschließen. "Die Absage ist äußerst knapp ausgefallen", sagt sie. Wie es mit dem Golfresort weitergeht, ist komplett offen. Vergangene Woche habe sie zwei gänzlich neue Anfragen in der Sache erhalten, die sie jetzt bearbeite, sagt Habura. "Da müssen jetzt Gespräche geführt werden. Ich weiß noch nicht, was sich die neuen Interessenten vorstellen", sagt Habura. Von den weiteren ursprünglichen Bewerbern habe sie jedoch nichts mehr gehört.

(lukra)
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