Goch: Barbara Hendricks wirbt für „Digitalpakt Schule“

Kreis Kleve : Hendricks wirbt für „Digitalpakt Schule“

Bildung ist Ländersache – eigentlich. Aber an einigen wichtigen Punkten beteiligt sich der Bund dann doch. SPD-Bundestagsmitglied Barbara Hendricks sprach in Goch mit Schulvertretern über Computer im Unterricht.

Eine Grundgesetzänderung wird nicht mal eben so vollzogen. Dafür ist die deutsche Verfassung viel zu gut durchdacht und bewährt. Aber ab und zu fordert die Zukunft dann doch eine Anpassung, so beim Thema Bildung. Ohne Medienkonzepte und zeitgemäße technologische Ausstattung geht es nicht, da sind sich alle Betroffenen einig. Und ob Schüler davon profitieren, soll möglichst wenig davon abhängen, in welchem Bundesland sie leben. Also gab’s eine Grundgesetzänderung, die einen neuen kooperativen Bildungsföderalismus ermöglicht und Bundesmittel frei macht. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Barbara Hendricks und ihr Parteikollege Oliver Kaczmarek, bildungspolitischer Sprecher der Fraktion, waren jetzt zu Besuch in Goch. Sie debattierten mit Rose Wecker, Leiterin der Klever Gesamtschule Am Forstgarten, und Hermann-Josef Kleinen, Fachbereichsleiter Schule, Jugend und Sport in Goch. Das Publikum bestand aus etwa 30 Lehrern und SPD-Mitgliedern.

Grundsätzlich sieht Barbara Hendricks „eine große Bereitschaft im Kreis Kleve, in die Schulen zu investieren.“ Wobei es mit Blick zum Beispiel auf ihre eigene Heimatstadt Kleve in vielen Kommunen einen erheblichen Investitionsstau gebe, der jetzt mit Schwung (und viel Geld) abgebaut werde. Worüber sich die SPD-Abgeordnete Sorgen macht: Noch immer hängt es stark vom Elternhaus ab, ob ein Schüler einen guten Schulabschluss und vielleicht das Abitur macht. In frühkindliche Bildung (Kitas) und Grundschulen investieren ist wichtig, auch ein qualifizierter Ganztag könne helfen. Und Hendricks wies schon mal mahnend darauf hin, dass ab 2025 ein Rechtsanspruch auf Ganztags-Bildung bestehen werde. Da reichen Kellerräume und Provisorien an den Schulen nicht mehr aus.

Klar ist auch, dass Lesen, Schreiben, Rechnen zwar unverzichtbare Grundlagen für ein erfolgreiches Schülerleben sind, aber ohne digitale Kenntnisse kommt niemand mehr aus. Übrigens genügt es nicht, Schulen mit modernen Meiden auszustatten – auch Jugendzentren sollten auf der Höhe der Zeit bleiben. Und: Auf die Lehrer kommt’s an. Die muss es nicht nur in ausreichender Anzahl geben (gerade Grundschulen und Berufskollegs klagen), sie müssen sich auch digital weiterbilden und die Geräte, die nach und nach angeschafft werden, bedienen können.

Wobei es, wie Rose Wecker betonte, erst einmal um den Breitband-Ausbau gehe. Ohne Glasfaserkabel und schnelles Internet in allen Räumen helfen moderne Whiteboards und Computer kaum weiter. In den vergangenen Jahren wurden manche Geräte angeschafft, die suboptimal genutzt wurden, weil die Datenleistung nicht ausreichte, und heute schon von gestern sind. Das soll sich nun endlich ändern: 15 Kommunen im Kreis (Kranenburg macht nicht mit) werden mit schnellem Internet versorgt.

Die digitale Offensive startet im Süden, so dass Kleve noch eine Weile warten muss und die Gocher Schulen sich so langsam freuen dürfen. Aus dem fünf Milliarden schweren Bundesprogramm kommt eine Milliarde Euro dem Land NRW zugute, Goch bekommt für seine acht Schulen etwa eine Million Euro für Verkabelung und WLAN, die sehr große Gesamtschule Mittelkreis wird mit 400.000 Euro aus dem Programm berücksichtigt.