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Glatteis in NRW: Schwerverletzte nach Unfällen in Kleve, Kalkar und Goch

Mehrere Verletzte : Glatteis sorgt für viele Unfälle am Niederrhein

In den Morgenstunden hat Glatteis für zahlreiche Verkehrsunfälle gesorgt. 17 mal krachte es am nördlichen Niederrhein. In Kleve, Goch und Kalkar wurden sechs Menschen schwer und zehn leicht verletzt. Eine Frau schwebte in Lebensgefahr.

Glatteis hat am Mittwoch in den Morgenstunden zahlreiche Autofahrer im Norden des Kreises Kleve überrascht. Nach Angaben der Kreispolizeibehörde ereigneten sich in der Zeit von 6.40 Uhr bis 9.40 Uhr 17 Verkehrsunfälle, die in vielen Fällen nicht glimpflich verliefen. So wurden insgesamt sechs Menschen schwer und zehn leicht verletzt.

Der schwerste Unfall ereignete sich gegen 7 Uhr in Kalkar-Appeldorn. Auf der Appeldorner Straße war eine 50-jährige Frau in Höhe der Straße Ochsenwiesen mit ihrem Honda von der Straße abgekommen und mit der Fahrerseite gegen einen Baum geprallt. Während die 14 Jahre alte Tochter der Frau dem Fahrzeug unverletzt entsteigen konnte, wurde die Fahrerin in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und musste durch die Feuerwehr mit schwerem Gerät geborgen werden. Mit einem Rettungshubschrauber wurde die lebensgefährlich verletzte Frau schließlich zur Uni-Klinik nach Nimwegen geflogen, wo sich ihr Zustand im Laufe des Morgens stabilisierte. 20 Feuerwehrmänner waren an der Stelle rund zwei Stunden im Einsatz. Zeitgleich waren zwei weitere Verkehrsunfälle im Stadtgebiet, die durch die Feuerwehr Kalkar abgearbeitet wurden.

„Nachdem es gegen 6.40 Uhr in Issum zu einem Blechschaden gekommen war, verlagerte sich das Unfallgeschehen sehr schnell in den Nordkreis, wobei hier insbesondere die Kommunen Kleve, Kalkar, Goch und Uedem betroffen waren“, so die Polizei. Auf der Boxteler Bahn geriet ein Pkw gegen 7.50 Uhr ins Schleudern und rutschte in den Gegenverkehr. Hierdurch wurden zwei Insassen schwer und eine leicht verletzt. Auch der Fahrer eines VW-Polo wurde in das Krankenhaus gebracht. Er war gegen 7.15 Uhr in Rees-Haldern auf der Straße Schledenhorst von der Fahrbahn abgekommen und blieb 30 Meter weiter auf dem Dach in einem angrenzenden Feld liegen. Auf der Millinger Straße im Kranenburger Ortsteil Niel kam ein Autofahrer von der Fahrbahn ab, prallte gegen einen Baum und blieb im Straßengraben liegen. Kurz vor 9 Uhr kamen aufgrund der Eisglätte auf der Mühlenstraße im Ortsteil Kleve-Kellen zwei Radfahrerinnen zu Fall, wovon eine schwer verletzt wurde.

Offenbar waren am Mittwochmorgen mehrere Faktoren zusammengekommen, die das Blitzeis entstehen ließen. So erklärt Hubert Reyers, Hobbymeteorologe aus Kellen, das Wetterphänomen: „Am Tag zuvor hat es ergiebig geregnet, die Straßen waren also nass. Dann ist es in der Nacht aufgeklart, morgens war keine Wolke am Himmel. Die Temperaturen sind gefallen. Es war kaum Wind, so dass die Luftschichten sich nicht durchmischen konnten und es am Boden sehr kalt war.“ Während die Luft in zwei Meter Höhe 2 Grad warm gewesen sei, habe das Thermometer knapp über den Boden gerade einmal minus 1 Grad angezeigt.

Auch für heute und morgen kann Reyers keine Entwarnung geben. „Es kann vor allem morgens wieder glatt werden“, sagt er. Gefährlich könne es vor allem da werden, wo der Himmel wolkenlos und es windstill ist. „Niederschläge sind zwar nicht zu erwarten, aber es kann zu Raureifbildung kommen“, sagt Reyers. Erst für das Wochenende erwartet der Hobby-Meteorologe einen Wetterumschwung. Reyers: „Es wird deutlich wechselhafter, windiger und wieder milder mit bis zu 10 Grad.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Mehrere Glatteis-Unfälle am nördlichen Niederrhein