Bedburg-Hau/Kleve: Gipfeltreffen zur Sekundarschule in Hau

Bedburg-Hau/Kleve: Gipfeltreffen zur Sekundarschule in Hau

Die Gemeindepolitiker blicken gespannt auf ein geplantes Treffen von Bürgermeister Peter Driessen mit Kleves erster Bürgerin Sonja Northing. Bei dem Gipfel soll die Zukunft der Sekundarschule in Bedburg-Hau ausgehandelt werden.

Rund zwei Monate nach dem überraschenden Klever Ratsbeschluss, die Sekundarschule in eine zweite Gesamtschule in Kleve umzuwandeln und den Standort Bedburg-Hau zu schließen, herrscht in der Gemeinde Bedburg-Hau immer noch Fassungslosigkeit. Weder Verwaltung noch Politik wissen - ein halbes Jahr vor dem Beginn des neuen Schuljahres - wie es mit der Schule dort weitergehen soll. Denn die Bedburg-Hauer Sekundarschüler müssen schließlich irgendwo beschult werden. Am Montag, 6. Februar, treffen sich der Bedburg-Hauer Bürgermeister Peter Drießen und Schulamtsleiter Georg Seves mit der Klever Bürgermeisterin Sonja Northing und Schulamtsleiterin Annette Wier, um die Zukunft der Sekundarschule in Bedburg-Hau auszuhandeln.

"Wir sind völlig im Unklaren, was jetzt wird", sagt der Bedburg-Hauer SPD-Fraktionsvorsitzende Willy van Beek. Er erhofft sich vom Gipfeltreffen der Bürgermeister, "dass wir von Kleve endlich verbindliche Informationen bekommen". Der SPD-Chef geht davon aus, dass die Schüler der Sekundarschule Kleve aus seiner Gemeinde auch weiterhin am dortigen Teilstandort beschult werden. Der Grund liegt für van Beek auf der Hand: "In Kleve sind die Raumkapazitäten für zusätzliche Schüler aus Bedburg-Hau doch gar nicht vorhanden."

Eine interessante Frage ist für ihn, ob sich für die zur Gesamtschule II/Oberstadt umgewandelte Sekundarschule überhaupt genügend Schüler anmelden werden. Auch Bürgermeister Peter Driessen blickt mit Spannung auf den Ausgang des Anmeldeverfahrens für die Gesamtschule II/Oberstadt am 3. und 4. Februar. Denn falls sich nicht genügend Schüler anmelden, könnte es für den Standort Bedburg-Hau doch noch gut ausgehen: Wie eine Anfrage unserer Redaktion bei der Klever Stadtverwaltung ergab, muss das ganze Anmeldeverfahren für die Gesamtschule II/Oberstadt neu aufgerollt werden, wenn sich weniger als 100 Schüler anmelden. Dann würde die Sekundarschule nicht umgewandelt werden, sondern mindestens für ein Schuljahr weiter bestehen, und die Viertklässler könnten sich für diese Schulform anmelden. Dann würde auch der Teilstandort Bedburg-Hau beibehalten werden. Ganz unwahrscheinlich ist dieses Szenario nicht, da der Klever Stadtrat einstimmig beschlossen hat, dass die beliebte Karl-Kisters-Realschule in Kellen ab dem kommenden Schuljahr vierzügig laufen darf. Das könnte es der neuen Gesamtschule schwer machen.

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Die CDU-Fraktionsvorsitzende Silke Gorißen geht auf Distanz zur Klever Politik und Verwaltung. "Man hat uns den Ratsentscheid, den Standort Bedburg-Hau zu schließen, vor die Nase gesetzt. Damit ist in meinen Augen auch der Vertrag zur Nutzung unseres Schulgebäudes obsolet. Falls Kleve das Gebäude weiter nutzen will, muss Kleve zahlen, und wir sagen dann, was das kostet", sagt Gorißen. Sie können sich auch gut vorstellen, das Schulgebäude anderweitig zu nutzen oder es zu verpachten. "Es hat schon einige Anfragen gegeben", betont die CDU-Chefin. Sie kritisiert, "dass die Klever Verwaltungsspitze nicht rechtzeitig auf uns zugekommen ist. Das ist nicht die Form der interkommunalen Zusammenarbeit, die mir vorschwebt."

Auch Grünen-Chef Heinz Seitz kann sich nicht vorstellen, "dass wir unserer Schulgebäude Kleve weiter unentgeltlich zur Verfügung stellen. Dann würden uns die Klever ja wirklich vorführen. Wir dürfen ruhig mal einen gewissen Geschäftssinn beweisen. Das würde auch unserem Haushalt ganz gut tun", sagt Seitz. Das Gespräch zwischen den Verwaltungsspitzen hält er für sehr wichtig. "Das Ergebnis werden wir abwarten", sagt Seitz.

Hinsichtlich des Gipfels am 6. Februar sagt FDP-Vorsitzende Michael Hendricks: "Wir sitzen da wie das Kaninchen vor der Schlange." Dagegen sträubt er sich. Hendricks ist dafür, "dass jetzt die Gemeinde Bedburg-Hau die Spielregeln diktiert. Wenn Kleve auf unsere Räume angewiesen ist, dann geben wir die Bedingungen vor." Auf die Klever Politik und Verwaltung ist der Liberale sauer. "So geht man nicht mit langjährigen Vertragspartnern um."

(RP)
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