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Gesundheitskonferenz Kreis Kleve: Caritas antwortet auf Kritik zur Absage

Gesundheitskonferenz : Pflegekonferenz: Caritas sieht’s anders als Nitsch

Die kirchlichen Träger arbeiteten bestens zusammen und hätten eine Gesundheitskonferenz auch in Corona-Zeiten nicht nötig, sagt Gelderns Caritas-Vorstand Karl Döring.

Karl Döring, Vorstand der Caritas Geldern, ärgert sich über die Art und Weise, wie Christian Nitsch als Sprecher der privaten Pflegeheime im Kreis den Landrat angegriffen hat. Es ging um den Vorschlag, die im Zuge der Corona-Krise abgesagte Gesundheitskonferenz als Telefon- oder Videokonferenz abzuhalten – eine Idee, die bei Landrat Wolfgang Spreen nicht gut ankam. Auf die Konferenz zu verzichten findet Nitsch, der die Klever Pflegeeinrichtung „Salvea“ führt, falsch. Die SPD stimmt ihm darin zu, die CDU unterstützt den Landrat.

Karl Döring schreib: „Zunächst einmal sei der Hinweis gestattet, dass Sie Sprecher der (...) privaten Pflegeeinrichtungen im Kreis Kleve sein mögen, nicht jedoch aller Pflegeeinrichtungen. Die kirchlich gebundenen Einrichtungen – diese stellen eine deutliche Mehrheit aller Einrichtungen im Kreis Kleve dar – wurden in keiner Form von Ihnen mandatiert.“ Was Nitsch auch nicht behauptet habe, wie er am Mittwoch gegenüber der RP betonte.

Die Pflege- und Gesundheitskonferenz ist laut Caritas nicht darauf angelegt, die Arbeit zwischen den verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen zu koordinieren oder das Krisenmanagement von Betreibern zu organisieren. „Insofern ist sie nicht das geeignete Gremium, um die Schutzmaßnahmen im Umgang mit der aktuellen Pandemie festzulegen oder abzustimmen“, so Döring. Sicherlich sei eine intensive und konstruktive Zusammenarbeit zwischen dem Kreis auf der einen Seite und den Anbietern im Gesundheitswesen im Moment dringend notwendig. Aber diese Zusammenarbeit finde auf allen Ebenen statt. Der Austausch und die kollegiale Hilfe unter den kirchlichen Trägern funktionierten hervorragend, sie bräuchten keine Konferenz. Immerhin geht Döring auf Nitsch einen Schritt zu: „Für künftige Diskussionen um die Pflege- und Gesundheitskonferenz könnte ich mir einen direkten Austausch zwischen den Akteuren der Konferenz gut und hilfreich vorstellen. Für einen solchen Austausch stehe ich jederzeit zur Verfügung.“

Einig sind sich die Akteure darüber, dass gerade derzeit niemandem Angst gemacht werden sollte, sondern es darum gehen, Vertrauen in das Gesundheitssystem aufzubauen. Döring abschließend: Die Caritas könne sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Kritik an der Absage der Pflege- und Gesundheitskonferenz rein politisch motiviert sei.