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Gesunde Weihnachten: Die RP gibt Ernährungstipps rund um die Feiertage

Ernährungstipps : Gesund durch die Weihnachtstage

Von Festmahl zu Festmahl: 800 Gramm nimmt der Deutsche im Schnitt über die Feiertage zu. Wir geben Tipps, wie Sie zuhause und in der Stadt fit und gesund durch die Weihnachtszeit kommen.

Wer an Weihnachten denkt, denkt zuerst an Geselligkeit. Zeit auf dem Weihnachtsmarkt und vor dem Christbaum, mit Freunden und Familie. Mit dem zweiten Gedanken geht es dann meistens ans Eingemachte: das Essen. Die Zeit ist eine des Glühweins, der deftigen, schweren und nicht immer gesunden Ernährung – und der Blick auf die Waage ist im Januar in den seltensten Fällen erfreulich. Es geht aber auch anders. „Gerade jetzt ist es natürlich nicht ganz einfach“, sagt Micho Kolak, der an der Klever Kavarinerstraße an einem Gemüsestand arbeitet, „aber wenn Sie auf ein paar Dinge achten und die richtigen Zutaten benutzen, schaffen Sie es auch fit durch den Winter.“

Kolak, der für den Louisendorfer Betrieb Gemüse Westerhofft arbeitet, folgt einer simplen Regel: „Wir sollten immer das auf den Tisch bringen, was gerade frisch ist und Saison hat.“ Für die Weihnachtssaison bedeute das: „Im Moment gibt es viel Wurzelgemüse. Kürbis, Möhren- und Beetesorten, dazu Kartoffeln.“ Kolak empfiehlt ein gesundes Gemüsegericht: In Scheiben und Würfel geschnittene Kartoffeln, Möhren – die gibt es optisch ansprechend in gelb, braun und schwarz – und Pastinaken auf dem Backblech. „Das Ganze kann man marinieren und schon hat man ein leckeres Gericht“, sagt er. Zum Beispiel mit ein bisschen Öl, Curry, Zitrone und Meersalz. Für die Kartoffel, die gerade in Zeiten der Low-Carb-Trends einen schlechten Ruf genießt, bricht er eine Lanze: „Kartoffeln sind super gesund. Das Problem ist, dass sie oft falsch und mit viel tierischen Fetten zubereitet werden. Einfach gekocht, zum Beispiel als Pellkartoffel ist sie ein super Lebensmittel.“

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Auch beim Salat biete sich an, auf Altbewährtes zurückzugreifen „Da kann ich vor allem Feldsalat empfehlen, der schmeckt dann am besten. Auch Endivie ist toll, die haben diese satten, gelben Herzen“, findet Kolak. Feldsalat mit Heidelbeeren, Granatapfelkernen und Baby-Kiwis lässt sich mit geringem Zeitaufwand toll anrichten. „Salat in Verbindung mit Obst ist immer eine tolle Idee“, sagt der Marktverkäufer. In Sachen Fleisch eignet sich statt fettem Gänsebraten auch etwas Mageres, wie Metzger Lothar Quartier findet: „Rindfleisch hat meist deutlich weniger Fett als Schweinefleisch und liegt momentan sehr im Trend.“ Empfehlen kann er für fettarme Ernährung vor allem Steak: „Edelstücke wie Filet- oder Rumpsteak und Roastbeef sind da gut, auch Geflügel.“ Sein Geheimtipp ist aber ein anderer: „Das wichtigste ist und bleibt für mich der Verdauungsspaziergang nach dem Essen. Wer sich über Weihnachten nicht bewegt, der nimmt automatisch zu.“

 Feldsalat mit Heidelbeeren, Kiwis und Granatapfelkernen.
Feldsalat mit Heidelbeeren, Kiwis und Granatapfelkernen. Foto: Christos Pasvantis

Auch fleischfrei gibt es Alternativen: „Aus Seitan oder Tofu gibt es mittlerweile in den Supermärkten Produkte, die so gut sind, dass viele den Unterschied zu ,richtigem’ Fleisch gar nicht schmecken“, sagt Sascha Schalthöfer, der den Foodblog „Think Vegan“ betreibt. Auch Herbert Looschelders, aus dessen Klever Sozialstiftung der Verein „Essbares Klever Land“ hervorgeht, verzichtet an den Feiertagen auf Fleisch. „Ich mache mir ein leckeres Pilzgericht.“ Beim Fleischkonsum rät er, auf die Qualität zu achten: „Wenn es Fleisch sein muss, dann sollte es frisch und aus umweltbewusster Haltung sein.“

Gesunde Alternativen gibt es aber auch unterwegs auf dem Weihnachtsmarkt. Total im Trend liegt auf vielen Märkten Flammlachs. Der wird oft mit Honig-Senf-Dill-Dressing serviert – kalorienärmer geht es kaum. Wer Herz, Kreislauf und Stoffwechsel stärken will, kann statt gebrannter Mandeln auf Maronen und Esskastanien zugreifen.

   Metzer Lothar Quarter empfiehlt mageres Fleisch.
Metzer Lothar Quarter empfiehlt mageres Fleisch. Foto: KK WfG

Gegen Grippe, Müdigkeit und ein schlappes Körpergefühl helfen Säfte, Tee und Obst. „Es ist nicht schwer, genug Vitamine zu sich zu nehmen. Viele machen es aber trotzdem nicht“, sagt Kolak. Für daheim kann er Ingwertee empfehlen: „Der ist sehr gut für das Immunsystem.“ Damit ist man im Übrigen auch für den Glühwein bestens gerüstet: Ingwer gilt als einer der weltbesten natürlichen Katerkiller.