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Kleve: Gertsch: Der Herbst-Wald voller Licht

Kleve : Gertsch: Der Herbst-Wald voller Licht

Sonntag werden im Museum Kurhaus drei Ausstellungen eröffnet: vom großen Schweizer Maler Franz Gertsch, Jahrgang 1930, bis zum Konzeptkünstler Johannes Wald, Jahrgang 1980, und der Amerikaner David Novros.

Auf der Suche nach einem neuen Motiv stöberte Franz Gertsch seine Dias durch. Er fand das Foto von einem Stück Wald. Ein Sommerbild, das einen stillen Weg unter sattem Blattgrün zeigt. Gertsch beschloss, dieses Stück Sommerwald zu malen. Es entstand ein monumentales Werk von 4,8 mal 3,25 Meter Größe — und die Idee, eine große Werkgruppe zu schaffen: das Stück Wald zu den vier Jahreszeiten. Jedes Bild ist von monumentaler Größe, jedes Bild voller Licht, jedes Bild ebenso abstrakt wie realistisch. Frühling, Sommer, Herbst und Winter laden gleichzeitig zum meditativen Versinken ein, wie sie, allein ob ihrer Größe, mit Wucht den großen Saal besetzen und wie sie prächtig mit dem Blattwerk im Forstgarten vor den Türen des Kurhauses kommunizieren. Gemalte Natur und die Jahreszeiten draußen vor der Tür.

Gertsch hat diese monumentalen Bilder an einem Punkt begonnen. Irgendwo im Bild, nicht wirklich in der Mitte, zeigt er auf einen Bereich im Frühling. Hier begann er mit dem Stück Natur, das immer weiter in die Leinwand wuchs. Ein ganzes Jahr lang setzte er die aus Farbpigmenten und Eitempera gemischten Farben Punkt für Punkt, Strich für Strich auf die nicht grundierte Leinwand. "Ich darf dann nicht nach rechts und links schauen, wie viel Fläche ich noch vor mir habe — ich muss mich auf das Stück konzentrieren, das ich gerade male", sagt Gertsch.

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In dieser Nähe zur Leinwand malt der Schweizer eigentlich abstrakt: Geht man auf Pinsel-Entfernung an die Bilder heran, wird der Wald zur Farbkomposition, die sich wieder zum realistischen Bild fügt, wenn der Betrachter auf Distanz geht. Dabei bannt Gertsch in Myriaden von Punkten (so Kunde) nicht nur Blattwerk, Stämme, Wege aufs Bild, sondern vor allem das Licht. Gerade der Herbst scheint regelrecht vom Licht geflutet. "Die Bilder haben einen eigentümlichen Sog, den Betrachter hineinzuziehen", sagt Kleves Museumsdirektor Prof. Harald Kunde. Zudem stellten sie in der Langsamkeit ihrer Entstehung einen konzentrierten Gegenentwurf zur Schnellebigkeit unserer Zeit dar, fügt er an. Und sie sind glücklicherweise auch lange zu genießen: Bis 14. September.

(RP)