Gemeinde Bedburg-Hau legt Blühwiesen an

Bedburg-Hau : Landwirte sorgen für Blühstreifen

Für den Erhalt der biologischen Vielfalt in der Natur wurden an 30 Teilflächen Blühpflanzen gesät. Hummeln, Schmetterlinge und Co. sollen hier Nahrung und Rückzugsplätze finden.

Hummeln, Bienen, Schmetterlinge und viele andere Insekten benötigen dringend mehr Nahrungsquellen in Form blühender Pflanzen. Darüber sind sich Naturschützer, Biologen und auch Nicht-Wissenschaftler einig. Der Rat der Gemeinde Bedburg-Hau fasste im Januar dieses Jahres kurzfristig den Beschluss, kommunale Flächen für Blühwiesen zur Verfügung zu stellen. Im Frühjahr entschlossen sich nun auch viele Landwirte der umliegenden Ortschaften, Teile ihrer Nutzflächen für Blühstreifen kostenlos zur Verfügung zu stellen. Insgesamt wurde auf 30.000 Quadratmeter Randstreifen – verteilt auf 30 Teilflächen – eine ausgewählte Saatmischung ausgebracht.

Koordiniert und fachlich begleitet wird das Projekt von der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, einer Naturschutzstiftung mit Hauptsitz in Bonn. „Jeder Landwirt hat die Natur im Fokus und möchte dazu beitragen, sie zu erhalten. Rest- und Randflächen lassen sich gut nutzen für Blühstreifen“, erklärte Johannes Schlaghecken, Landwirt aus Huisberden. Es sei zwar bedingt durch die derzeitige Trockenheit nicht jede Aussaat gelungen, sagte er und verwies auf einen breiten Randstreifen, auf dem Sonnenblumen dominierten. „Die ertragen die Hitze am besten“, so der Fachmann.

Hummeln waren auf den großen Blüten ebenfalls auszumachen. Zwischen den hohen Sonnenblumen wuchsen auch Leindotter, Ringelblumen und die blau blühende Phacelia, die auch „Bienenfreund“ genannt wird. Bernd Heisterkamp, Vorsitzender der Ortsbauernschaft Till-Moyland, berichtete, die Landwirte hätten sich schnell und unbürokratisch entschlossen, mitzumachen und seien mit dem Ergebnis zufrieden. Unter dem Motto „bienenfreundliche Gemeinde“ war Bedburg-Hau zu Beginn des Jahres als erste Gemeindeverwaltung des Kreises Kleve mit der Aussaat von Blühwiesen auf kommunalen Flächen an die Öffentlichkeit gegangen. Wie Dieter Henseler, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, mitteilte, wurden von Seiten der Gemeinde 15.000 Euro zur Verfügung gestellt. Dieses Geld sei sowohl für die kommunalen als auch für die privaten landwirtschaftlichen Flächen vorgesehen, und es sei noch nicht ausgeschöpft. EU-Prämien für die Blühflächen seien ebenfalls zu erwarten, denn die Anmeldefrist bis zum 15. Mai habe man eingehalten. Eva Böhling, Landwirtin aus Bedburg Hau, habe für alle teilnehmenden Bauern das Einsäen übernommen. Insgesamt habe sich ein Drittel aller Landwirte am Projekt beteiligt.

„Die Bereitschaft der örtlichen Landwirte und der damit verbundene Umfang realisierter Maßnahmen haben die Erwartungen der Projektpartner mehr als erfüllt“, betonte Markus Reinders, Bereichsleiter Kompensation, Artenschutz, Liegenschaften und Zweigstellenleiter der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft in Wesel. Untersuchungen im Raum Köln im vom Deutschen Bauernverband 2002 bis 2006 durchgeführten „Bördeprojekt“ hätten gezeigt, dass Blühstreifen die Artenzahl der Laufkäfer, Spinnen und Wildbienen messbar steigere. „Nachhaltiger als einjährige Kulturen sind solche, die überwintern und immer am gleichen Standort sind“, erklärte Reinders. Für den Moment wurden erst einmal einjährige Pflanzen auf Bedburg-Hauer Feldern gesät.

Wie die Planung für die nächsten Jahre aussieht, ist noch nicht genau festgelegt. „Wir möchten auf jeden Fall langfristig etwas tun für die Artenvielfalt, und nicht nur eine kurze Show machen“, betonte Dieter Henseler.

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