Gemeinde aktiv in Kleve: Judith Welbers sorgt für drei pastorale Angebote

St.-Antonius-Hospital Kleve : Eine Oase der Stille

Krankenhauspastoralreferentin Judith Welbers vom St.-Antonius-Hospital Kleve sorgt für drei Angebote.

 Mit dem Gong der Klangschale beginnt in der Kapelle des St.-Antonius-Hospitals in Kleve eine Stille von 20 Minuten. „Viele von uns fühlen sich im Alltag gehetzt und atemlos, sind auf der Suche nach Zeit für sich selbst, wollen sich neu ausrichten oder neu erden“, sagt Judith Welbers, Pastoralreferentin und Seelsorgerin im Krankenhaus. „In der Meditation können wir eine Oase finden, die zu Ruhe und Entspannung einlädt, um neue Kraft und Ausgeglichenheit zu finden.“ Eröffnet und beendet wird die Stille von kurzen Gebeten. Magdalene Hellwig leitet das Ruhegebet, eine urchristliche Gebetsweise als eine Form der Meditation, wobei keine Vorerfahrungen erforderlich sind.

Sie wurde 2004/2005 vom Bistum Münster zur Meditationsleiterin ausgebildet und 2012 von Dr. Peter Dyckhoff zur Lehrenden für das Ruhegebet. Alle Interessierten sind eingeladen, sich am 2. und 4. Dienstag im Monat um 17 Uhr in der Kapelle des St.-Antonius-Hospitals in Kleve, Albersallee 5-7, zu treffen.

Eine zweite Initiative von Judith Welbers, die seit Oktober 2015 im Klever Krankenhaus als Seelsorgerin wirkt, ist ein offener Trauerkreis, um der Trauer einen Raum zu geben. Der Tod eines nahen Menschen kann sein Inneres sehr berühren. Nichts ist mehr so wie es war. „Trauernde fühlen sich häufig mit ihren Emotionen allein. Fragen des Lebens, manchmal des Glaubens, Fragen nach Sinn und Zukunft bewegen die betroffenen Menschen“, sagt die Pastoralreferentin. Der Trauerkreis möchte in dieser schwierigen Lebenssituation Unterstützung bieten und dabei helfen, den Blick auf neue Lebensperspektiven zu richten und die Zeit zwischen Abschied und Neubeginn gut zu gestalten.

Neben Judith Welbers gehören Elvira Kohl, Maria Neumann und Barbara Heuvelmann zum Planungsteam. Neben Gespräch und Austausch gehört ein praktischer „Anstoß“ zum Inhalt des Trauerkreises, der im „Klösterchen“, Rindernscher Deich 45, in Kleve stattfindet. Nach einer Sommerpause ist der Start am 29. Oktober; die nächsten Termine bis März 2020 sind jeweils am vierten Dienstag im Monat um 19.30 Uhr. Gemeinsam mit Pfarrer Rohländer hat Seelsorgerin Judith Welbers die liturgische Leitung bei der Bestattung der „Sternenkinder“. Das St.-Antonius-Hospital trägt Sorge dafür, dass Eltern, die ihr Kind schon in den ersten Wochen und Monaten der Schwangerschaft verlieren, dies im Rahmen einer Sammelbestattung zu Grabe tragen und sich so würdig von ihren Kindern verabschieden können. Zwei Mal im Jahr wird eine ökumenische Trauerfeier vorbereitet, zu der alle, die sich angesprochen fühlen, unabhängig von Religion und Konfession, willkommen sind. So werden auch ein muslimisches und jüdisches Gebet gesprochen.

Das Grabfeld für die „Sternenkinder“, also für Fehlgeburten, die nicht der Bestattungspflicht unterliegen, wurde 2003 auf dem Friedhof in Kleve, nach Absprache mit dem Krankenhaus, angelegt. Seit 2005 besteht für die Eltern und Angehörigen die Möglichkeit, an der Beisetzung teilzunehmen.  Um die 60 „Sternenkinder“ werden in einem gemeinsamen Sarg auf dem Klever Hauptfriedhof in einem dafür von der Stadt zur Verfügung gestellten  Grab beigesetzt.  Die Koordinatorinnen des ambulanten Hospizdienstes stehen bei jeder Vorbereitung den Seelsorgern zur Seite. Sie sind am Bestattungstag dabei, sorgen für wunderschöne Dekoration, organisieren und denken mit. Die musikalische Gestaltung übernimmt schon viele Male die Gesangsgruppe „ByHeart“, die der Feier eine ganz eigene Prägung gibt.