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Kleve: Geldfälscher-Prozess: Fingerabdrücke auf Blüten

Kleve : Geldfälscher-Prozess: Fingerabdrücke auf Blüten

Der vierte Verhandlungstag im Prozess gegen die mutmaßlichen Geldfälscher vom Klever Restaurant "Il Nido" – der Bruder des Wirtes versucht zu retten, was zu retten ist. Die Chronologie:

Der vierte Verhandlungstag im Prozess gegen die mutmaßlichen Geldfälscher vom Klever Restaurant "Il Nido" — der Bruder des Wirtes versucht zu retten, was zu retten ist. Die Chronologie:

+++ 10:12 Uhr: Richter Ruby ruft als ersten Zeugen einen Kripo-Kommissar auf, der dreimal mit der Vertrauensperson gesprochen hat, die den Fall ins Rollen brachte. Der Polizist sagt, die Vertrauensperson habe gesagt, der Wirt habe gesagt, das Restaurant würde ohnehin nur als Fassade für die kriminellen Aktivitäten dienen.

Das letzte Gespräch fand nach der Festnahme des Kurier-Trios statt. Der Polizist: Die Vertrauenspersonen berichtete, dass der Wirt keine große Angst hatte, da einer der Festgenommenen alle Schuld auf sich nehmen würde. Einzig die Tatsache, dass sein Koch mit dabei gewesen sei, habe ihm ein wenig Sorge bereitet.

+++ 10:35 Uhr: Rechtsanwalt Birkner verliest eine Erklärung des Kochs. Dieser bereue die von ihm begangenen Taten, er werde fortan den Pfad der Tugend nicht mehr verlassen und beabsichtige wieder als Koch zu arbeiten. Weil er nur wenig verdient habe, habe er sich in ständiger Geldnot befunden. Deshalb habe er sich dazu hinreißen lassen, als Kurier zu fungieren. Ihm sei klar gewesen, dass die Aktion illegal gewesen sei. Das Falschgeld, dass bei ihm am Mann gefunden worden sei, sei unbrauchbar gewesen und ihm gewissermaßen als Spielgeld mitgegeben worden. Er habe nicht vorgehabt, diese Blüten zu verteilen. Er hätte sie besser wegwerfen sollen. Die fünf falschen Geldscheine, mit denen er in der Spielothek aufgetaucht sei, seien von einer anderen, dritten Personen gewesen. Die 3000 Euro echten Geldes, die bei der Festnahme bei ihm gefunden worden seien, stammten nicht aus Falschgeldgeschäften, sondern seien ihm von seiner Tante Silvana geliehen worden. Mit dem Geld sollten Schulden getilgt werden.

  • Kleve : Geldfälscher-Prozess: Polizist sagt aus
  • Kleve : 17 Päckchen voller Blüten
  • Kleve : Geldfälscher-Prozess: Streit um Vertrauensperson

+++ 10:42 Uhr: Die Erklärung ist zu Ende. Weitere Fragen werden nicht beantwortet, sehr zum Unmut des Staatsanwaltes.

+++ 11:34 Uhr: Nach einer ersten Pause tritt Salvatore P. (62), der ältere Bruder des Wirtes, in den Zeugenstand. Er beteuert, nichts von den Falschgeldgeschäften seines Bruders gewusst zu haben "Ich war immer da, wenn Hilfe gebraucht hat, ich war wie ein Vater für ihn."

Richter Ruby fragt: "Kann man sagen, ihr Bruder hatte viel Geld?" Salvatore antwortet: "Ja, er hatte viel Geld nötig."

+++ 11:41 Uhr: Rechtsanwalt Lukassen befragt den Zeugen. Salvatore berichtet, dass er in der Küche ausgeholfen habe. "Ich habe auch Sie gesehen (er zeigt auf Rechtsanwalt Lukassen), ich habe auch den Vorsitzenden gesehen (Richter Ruby fragt: mich?), ich habe so viele gute Leute gesehen. Eine Fassade für Schwerverbrechern war das Restaurant nicht. Wenn das so wäre, hätte ich ihn umgelegt!" Nächste Frage: Ob der Bruder was mit der Mafia zu tun gehabt habe? Salvatore: "Mein Bruder und Kontakte zur Mafia? Der kann doch nicht mal Mafia schreiben. Der ist ein Angsthase." Weitere Fragen werden nicht gestellt.

+++ 11:50 Uhr: Die Ex-Frau des Kochs berichtet, dass dieser ein treu sorgender Familienvater gewesen sei und sie keinerlei Ahnung von Falschgeldgeldaktivitäten gehabt habe. Das Gericht hat keine Fragen.

+++ 11:56 Uhr: Richter Ruby verliest ein Gutachten zu Fingerabdrücken. Fazit: An der Verpackung der 17 Falschgeldpäckchen fanden sich Fingerabdrücke von allen drei Kurierfahrern.

+++ 12:07 Uhr: Mittagspause.

+++ 13.55 Uhr: Nach der Pause sagen noch zwei weitere Zeugen aus. Sie wollen aber von nichts gewusst haben.

(jul)