Kleve: Gekämpft, gehofft, geschlossen?

Kleve: Gekämpft, gehofft, geschlossen?

Sechs Anmeldungen für die Hauptschule Materborn -­ Schulleiter Ado Leuchtgens hat wenig Hoffnung, dass "seine” Schule noch eine Zukunft hat. Die Stadt setzt sich in den nächsten Tagen mit der Bezirksregierung zusammen.

Er hat ein Jahr lang gekämpft, er hat bis vergangenen Freitag gehofft -­ doch spätestens jetzt ist Ado Leuchtgens, Rektor der Hauptschule in Materborn, klar, dass seine Schule wohl keine Zukunft mehr hat. "Ich denke, dass die Schule sukzessiv ausläuft”, sagt Leuchtgens gestern auf Nachfrage unserer Redaktion. Lediglich sechs Schulanmeldungen waren bei ihm eingegangen ­ ein niederschmetterndes Ergbenis. Er benötigt mindestens 18 Schüler, um eine neue Eingangsklasse zu bilden.

Annette Wier von der Stadt Kleve. Foto: Gottfried Evers

24 Anmeldungen fehlen noch

Die Hauptschule in Materborn, sie musste schon vor einem Jahr zittern. Damals hatte die Schule genau neun Anmeldungen. Da sich aber bis zum Ablauf der Frist noch nicht alle Schüler angemeldet hatten, waren es schließlich 24 Viertklässler, die zum Schuljahresbeginn die Schulbank in Materborn drückten. Dazu kam die Ausnahmeregelung der Bezirksregierung und viele Bemühungen seitens der Lehrer ­ Tag der offenen Tür, Berufsorientierungsbüro ­ das Image der Schule wieder aufzupolieren.

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Jetzt müssen Kollegium und Schüler wieder bangen. "Wenn sich die Schülerzahl verringert, müssen sicherlich zwei bis drei Lehrer gehen”, sagt Leuchtgens, der mittlerweile auch von den Schülern auf die Situation angesprochen wird. Er hofft, das wenigstens die starken Jahrgänge, die Klassen 8 bis 10, ihren Abschluss an der Materborner Hauptschule absolvieren können. Wie die Zukunft jedoch genau aussieht, das entscheidet sich in den nächsten Tagen. Dann setzt sich die Schulleitung mit der Stadt Kleve und der Bezirksregierung Düsseldorf zusammen. Zudem haben sich 24 Kinder noch nicht für eine weiterführende Schule angemeldet.

Bei den beiden anderen Hauptschulen im Klever Stadtgebiet sprechen die Anmeldezahlen eine andere Sprache, wie Annette Wier, Fachbereichsleiterin Schule, Kultur und Sport bekanntgibt. So haben sich für die Wilhelm-Vrede-Hauptschule in Rindern insgesamt 37 Schüler angemeldet. "Damit bleibt die Zweizügigkeit bestehen, damit sind wir sehr zufrieden”, sagt Schulleiter Karl-Heinz Kerst. Auch Gabriele Holtermann sieht ihre pädagogische Arbeit mit 56 Anmeldungen bestätigt. Die Rektorin der Konrad-Adenauer-Hauptschule (KAH) in Kellen hofft nun, dass es auch im Schuljahr 2010/2011 wieder drei Eingangsklassen gibt. "In kleineren Klassen lässt sich einfach besser arbeiten”, sagt Holtermann.

Bei den beiden Gymnasien sehen die Anmeldezahlen wie folgt aus: Für das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium haben sich 95 Schüler angemeldet, für das Konrad-Adenauer-Gymnasium liegen insgesamt 83 Anmeldungen vor. Zur Ganztagsrealschule Hoffmannallee in Kleve wurden insgesamt 135 und zur Karl Kisters Realschule in Kellen 83 Schüler angemeldet.