Langzeitzünder in Kleve Entschärfung war ein Wettlauf gegen die Zeit

Kleve · Drei Bomben wurden in Kleve innerhalb von sechs Wochen gefunden und unschädlich gemacht. Aber die letzte Entschärfung war die gefährlichste.

  Der Zünder war gegen Mitternacht ausgebaut und die Gefahr gebannt.

Der Zünder war gegen Mitternacht ausgebaut und die Gefahr gebannt.

Foto: Markus van Offern (mvo)

Es war Mittwoch, kurz vor Mitternacht, als der auf dem Baufeld an der Kapitelstraße gefundene Blindgänger entschärft war. Innerhalb weniger Wochen wurde dort die dritte Bombe entdeckt, und es war die gefährlichste. Schon anhand einiger Fotos wussten die Männer der Kampfmittelbeseitigung, womit sie es hier zu tun hatten. Das Ordnungsamt der Stadt Kleve hatte den Experten Bilder von dem Blindgänger zugeschickt, der in der Baugrube lag. Die Antwort kam prompt: Die umliegenden Häuser müssen sofort geräumt werden. Als die Männer vor Ort eintrafen, bestätigte sich das zuvor gefällte Urteil. Es handelte sich um eine Bombe mit einem Langzeitzünder. Mit der Entschärfung musste schnell, am besten sofort, begonnen werden. Grund für den Wettlauf gegen die Zeit ist die Eigenschaft der Bombe. So wird bei dem Sprengkörper mit Langzeitzünder während des Abwurfs eine mit einem Lösungsmittel gefüllte Glasampulle zerstört. Das Lösungsmittel sorgte für die Auflösung einer Bakelitscheibe, die einen vorgespannten Schlagbolzen zurückhält. Ist die Bakelitscheibe ausreichend aufgelöst, schlägt der Schlagbolzen in den Sprengzünder, der dann die Detonation auslöst. Durch die Konzentration des Lösungsmittels und die Dicke der Bakelitscheibe kann die Bombendetonation auf zwischen sechs Stunden und sechs Tagen eingestellt werden. Die Sprengladung sollte erst dann gezündet werden, wenn die Zivilbevölkerung wieder aus Kellern und Luftschutzbunkern herausgekommen war.