Kleve : Ganz in Weiß

Dienstag wird der neue Schmitten-Katalog im Resonanz-Raum Kunst im Klever Museum Kurhaus vorgestellt. Es ist eingriffiges Taschenbuch mit einem großen Kompliment an Kleve geworden, das ab Mittwoch für fünf Euro im Kurhaus zu bekommen ist.

Ihn in die Gesäßtasche zu stecken, wäre ein Frevel. Auch wenn er dort hinein passen würde, der neue, im halben DIN-A-5-Format erschienene Katalog zur Schmitten-Ausstellung. Dann doch lieber die Tasche des Sakkos - so wird er zur Begleitung durch die Ausstellung in den Räumen des Museums. Und das wird dem liebvoll gestalteten kleinen aber feinem Heft auch gerechter. Es ist jenes bewährte Format, das unter anderem an die 25-Jahr-Feier des Freundeskreises erinnerte. Matte Pappe umschließt das Büchlein, eine Banderole trägt den Titel. "Ein größeres Buch war aus Kostengründen nicht machbar", sagt Museumsdirektor Prof. Harald mit Blick auf die Kosten der Ausstellung.

Schon in der Einleitung machen Fritz Behrens, Präsident, und Ursula Sinnreich, Generalsekretärin der Kunststiftung NRW, der Stadt ein großes Kompliment: "In Kleve bedeutet Stadt weit mehr als Lebensraum zu sein: In der Stadt zu leben, heißt hier, in einem Kulturraum zu leben. Dies gilt im Besonderen für das Areal um das Kurhaus und das in ihm beheimatete Museum. Hier begegnen sich Geschichte und Gegenwart, gehen Landschaft, Garten, Architektur und Kunst eine Symbiose der besonderen Art ein", schreiben sie. Und völlig zu Recht vergessen sie auch nicht, dass die Kunststiftung NRW daran, dass dieser Ort ein besonderer ist, nicht unbeteiligt ist, so oft sie Projekte in Kleve gefördert hat. Jetzt also die Kunst Schmittens, die sich perfekt in das Ensemble zu fügen scheint und doch die so gewohnten Bezüge zugleich stört.

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Und die, wie seine "Wartende" draußen vor der Tür, selbstverständlich die Bezüge aufnimmt, die die Kunst des Museums (auch draußen vor der Tür) anbietet: von Lothar Baumgartens Schrift auf der Wand über Schüttes Großen Geist im Innenhof hin zu Balkenhols Eisernem Mann im Amphitheater, dem Baum Giuseppe Penones und den versinkenden Würfeln von Günther Zins im Forstgarten, so Harald Kunde im Vorwort des Büchleins: "Diese über sechs Meter hohe und dreieinhalb Tonnen schwere Arbeit vereint Monumentalität und grazile Eleganz auf singuläre Weise und komplettiert das (...) skulpturale Umfeld des Museums ideal".

Redaktionell bearbeitet hat den Katalog Kuratorin Valentina Vlasic, die auch einen der beiden Haupttexte zu Schmitten schrieb, die Fotos auswählte, die nicht zum ersten Mal von bildarbeit Henning Krause aus Köln kommen. Gedruckt hat das Ganze Reintjes in Kleve. Das Layout entstand in Abstimmung zwischen Vlasic und Ingo Offermanns, der den Kurhaus-Produkten bis in diese kleine Reihe hinein ein unverkennbares Äußeres gibt. Den zweiten Text des Werkes schrieb Doris Krystof (Kunstsammlung NRW, Düsseldorf), die sich auf die weiße Skulptur Schmittens konzentriert: Frei nach Udo Jürgens heißt es also "Ganz in Weiß". . .

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Resonanzraum Kunst" wird der Katalog am Dienstag, 29. Mai, 19.30 Uhr, im Beisein von Andreas Schmitten vorgestellt. Er wird mit Kuratorin und Katalogautorin Doris Krystof (Kunstsammlung NRW, Düsseldorf), mit Museumsdirektor Prof. Harald Kunde und der Kuratorin Valentina Vlasic über sein Werk und die aktuelle Ausstellung im Museum Kurhaus Kleve sprechen. Mit dabei sein wird auch Harald Bongaertz, Sammler aus Düsseldorf, der dem Kurhaus lange verbunden ist und als Kenner der Rheinischen Kunstszene gilt. Der Eintritt zu "Resonanzraum Kunst" beträgt fünf Euro, ermäßigt und für Mitglieder des Freundeskreises drei Euro.

(mgr)