Kranenburg: Galerie Ebbers zeigt neue Graphik

Kranenburg : Galerie Ebbers zeigt neue Graphik

Farbe auf die Fläche, in Streifen pastos wie mit dem Quast gemalt, sich absetzend, überlagernd, den Untergrund überdeckend oder ihn streifig durchscheinen lassend. Ein Bild wie gemalt - und doch ist es gedruckt. Hans-Willi Notthoffs Blätter, die Klaus Ebbers ab dem morgigen Sonntag in seiner Galerie am Siep 7 in Kranenburg zusammen mit Grafiken von Kirsten Lampert, Matthias Köster und vor allem den Serien von Horst Keining präsentiert, sind aufwendig gestaltet. Als Entwurf für den Druck - Notthoff machte die Farbflächen eigens für diese Grafik-Serie der Galerie - zog der Maler die Farbe über einen glatten, kaum saugenden Untergrund, so dass die Farbe auf dem Blatt stehen blieb. Verblüffend, wie der Druck dieses Experiment einfängt.

Ergänzt wird die Grafik von einem Druck auf Spiegel des Argentiniers Martin Mele und einer "Original-Auflage" von Franziska Reinbothe. Mele setzte einen schräg glotzenden Totenkopf aufs Glas, der den eitlen Blick in den Spiegel ziemlich stören dürfte. Die Malerin Franziska Reinbothe bemalte eine Leinwand monochrom grau, schnitt sie in Stücke, faltetet die Abschnitte zu einem rechteckigen Paket und befestigte dieses Leinwandpaket an einem Stück Keilrahmen. Malerei als Auflage von Originalen.

Sharon und Klaus Ebbers haben eine schön gehängte Schau mit den von ihnen vertretenen Künstlern eingerichtet, die aufzeigt, dass man auch mit vergleichsweise kleinem Geldbeutel Kunst sammeln kann. Ein Ansinnen, dass die beiden Kranenburger Galeristen von Beginn an verfolgten - indem sie Auflagen machten, die nicht einfach vorhandene Werke abbildeten, sondern als eigenständiges Kunstwerk in einer Auflage geplant waren. Das geht aber auch nur, sagen die Galeristen, weil sie in den Künstlern die passenden Partner haben, dies zu ermöglichen.

"Mir war Grafik immer wichtig", sagt Klaus Ebbers. Es gibt sie in der Ausstellung einzeln oder als Serie: Horst Keining reagiert beispielsweise mit den Blättern aus seiner Nabokov-Serie auf den Roman des russischen Schriftstellers "Das wahre Leben des Sebastian Knight". Im Druck hochgezogen wird die Struktur der Leinwand übergroß bestimmendes Element des Blattes, erschließt sich das unscharf übers Bild mäandernde Spiel der Farben und die Strukturen mit dem Text Nabokovs, wie er das an der Scheibe herablaufende Wasser beschreibt. Matthias Köster und Kirsten Lampert sind mit liebevoll-leichten Porträts und einem hüpfenden Fiat Cinquecento (Lampert) dabei. Mondän gibt sich Kösters Bild von Catherine Deneuve.

Zu sehen sind die Arbeiten nach Rücksprachsprache Tel. 0 28 26 802 522.

(mgr)
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