Kleve Fußballtraining: Mit Sport gegen Gewalt

Kleve · Im Rahmen der Initiative "Fit durch die Schule" hat die Ringschule 3800 Euro für ihr Anti-Gewalttraining erhalten. Zusätzlich kamen die Ex-Fußballprofis Michael Klinkert und Marcel Witeczek für eine Trainingsstunde an die Schule.

 16 der 115 Schüler konnten mit Michael Klinkert (links) und Marcel Witeczek trainieren.

16 der 115 Schüler konnten mit Michael Klinkert (links) und Marcel Witeczek trainieren.

Foto: Gottfried Evers

Es ist kurz vor Unterrichtsbeginn, die Schüler der Ringschule Kleve sind in heller Aufregung. Gleich auf dem Stundenplan: Sport. Aber nicht irgendeine Sportstunde, denn ganz besonderer Besuch hat sich angekündigt: Die ehemaligen Bundesliga-Profis Michael Klinkert und Marcel Witeczek kommen für ein Fußballtraining nach Kleve. Nicht ohne Grund – das Training ist eine Belohnung für das sportliche Engagement der Schule.

Im Rahmen der Initiative "Fit durch die Schule" hat sich die Ringschule um eine finanzielle Förderung ihres Projektes "Anti-Gewalttraining mit erlebnispädagogischen Bewegungselementen" beworben. Mit Erfolg: Das Projekt des Städtischen Förderzentrums für Lernen und Sprache wird für zwei Schuljahre von der AOK Rheinland/Hamburg und dem NRW-Schulministerium mit einer Gesamtsumme von 3800 Euro gefördert. Neben der Förderung gab es von der AOK das Training spendiert – und damit traf man genau den Nerv der Kinder.

"Die Schüler sind alle auf ihre eigene Art Fußballfans", sagt Ute Schröder von der Ringschule. Dementsprechend haben alle die Trikots ihrer Lieblingsmannschaften an: Schalke, Gladbach, Bayern. Oder auch mal ein bisschen liberaler: Gladbach-Trikot mit Bayern-Handschuhen. Klinkert spielte in den 80er Jahren beim Club aus Gelsenkirchen und war danach zwölf Jahre lang Stammspieler beim VFL Borussia Mönchengladbach. Witeczek spielte als Stürmer unter anderem beim 1. FC Kaiserslautern, feierte beim FC Bayern München seine größten Erfolge als zweimaliger Deutscher Meister, Vizemeister und UEFA-Pokalsieger (den alle Jüngeren mittlerweile als Champions League kennen). Heute stehen beide im Dienst der AOK Rheinland/Hamburg, um Kinder und Jugendliche für Sport zu begeistern.

Wie wichtig Sport gerade an einer Förderschule ist, weiß Ute Schröder: "Alleine seit wir den Fußballkäfig auf dem Schulhof eingerichtet haben, sind die Schüler viel mehr beschäftigt durchs Spielen, durchs Zuschauen", sagt Schröder. So werde die Energie in Bewegung umgewandelt, Gewalt unter Schülern gehe zurück. "Die Bewegung ist ein elementarer Faktor bei uns", so die Pädagogin. Die Elf- bis Dreizehnjährigen haben vor rund drei Wochen von dem Besuch erfahren, seitdem seien sie "total begeistert". Am Montag warteten sie ungeduldig auf die Ex-Profis. "Sind Sie der Gladbach-Spieler?", wird der ein oder andere Unbeteiligte zu seiner Überraschung gefragt.

Während des Trainings geben die Nachwuchskicker alles. "Das ist natürlich was ganz anderes, als wenn wir Lehrer ihnen sagen, was sie machen sollen", sagt Schröder. Und so gibt es anstatt langer Gesichter strahlende Augen.

Das Projekt der Schule soll die Kinder darin unterstützen, die Fähigkeit zur langfristigen Integration in sportliche Angebote zu entwickeln. Die Schule bietet in Zusammenarbeit mit Vereinen ein breites Sportangebot – nicht nur Fußball. So gibt es zum Beispiel auch ein spezielles Fitnessprogramm.

(lukra)
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