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Kleve: Furioser Start ins Jubiläum in Grieth

Kleve : Furioser Start ins Jubiläum in Grieth

Die "Räuber" spielten bei der kölschen Nacht im Deichdorf. Dort feiern die Karnevalisten ein närrisches Jubiläum. Seit 44 Jahren gibt es die Karnevalsgesellschaft in dem Ort. Dazu gibt es am Sonntag eine Matinee in der Bürgerhalle.

Zwei Dinge haben sich am Wochenende gezeigt: Auch vor dem offiziellen Beginn der närrischen Session sind die Jecken bereits in Stimmung und die Räuber aus Köln haben auch am Niederrhein ein Heimspiel. Mit dem Auftritt der Kult-Truppe aus der Domstadt startete die Griether Karnevalsgesellschaft (GKG) in ihr Jubiläumsjahr. 44 Jahre gibt es den Verein im Deichdorf. "Das Konzert der Räuber war einfach super, besser hätte das Jubiläum kaum starten können", freute sich Michael Hell vom GKG. Die Kölner spielten ihre bekannten Hits und testeten auch die neuen Songs, mit denen sie demnächst wohl bei jeder größeren Sitzung in Köln zu hören sein werden.

Auch wenn die närrischen Wurzeln im Deichdorf natürlich nicht so weit zurückreichen wie in der Domstadt, haben auch die Jecken in Grieth eine lange Geschichte. Am 2. Februar 1877 gab es bereits einen Fackelumzug mit Maskerade in dem Ort. Ebenfalls ist ein Dokument erhalten, aus dem hervorgeht, dass 1912 eine karnevalistische Damensitzung in der Quartetthalle stattgefunden hat. Die befand sich in den Räumen der heutigen Gaststätte "Alt Grieth". In den 50er Jahren lebte der Karneval in Grieth wieder auf. Der Sportverein und der Kirchenchor wagten mit Büttensitzungen einen närrischen Neuanfang. Aus dieser Zeit stammt auch das Lied "Wej sin in Grieth een Scheppersvolk, än Fessers nit te vergääte", das bis heute gesungen wird. 1970 bildeten die St. Viktor Schützen dann ein Komitee, das einen Büttenabend vorbereiten sollte. Mit einem närrischen Seitenhieb auf die Kommunalreform fand die Sitzung der Schützen 1971 unter dem Motto "Wir sind wieder dabei, Kalkar Niederrhein 2" im Saal Peerenboom statt. Der Abend kam an und schnell machte man Nägel mit Köpfen: Sechs Tage später am 29. Januar wurde die Griether Karnevalsgesellschaft aus der Taufe gehoben. Ein Jahr später gab es die erste Sitzung. Der Grundstein für den Karneval in Grieth war gelegt. Schon im zweiten Jahr bildete die GKG ein Komitee, das den Kinderkarneval vorbereiten sollte. Bis heute hat sich diese Veranstaltung im Stadtgebiet Kalkar einen Namen gemacht. "Mit vier Balletts, einem Männerballett, Büttenrednern und einem eigenen Tambourcorps werden zwei Sitzungen pro Session gestaltet, die GKG ist aus dem Griether Leben nicht mehr wegzudenken", sind die Karnevalisten aus dem Deichdorf sicher. Wert legen die Jecken auf die Pflege des Griether Platt. Daher werden viele Vorträge in Griether Mundart gehalten. Gastauftritte der Prinzenpaare aus Kleve, Emmerich und Goch geben den Veranstaltungen ein besonderes Flair. Die Karnevalisten haben derzeit 140 Mitglieder, rund 100 davon sind aktiv dabei.

(RP)