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Fundstücke durch Niedrigwasser​: Was der Rhein in Kleve seinen Ufern alles preisgibt​

Fundstücke durch Niedrigwasser : Was der Rhein in Kleve an seinen Ufern alles preisgibt

Wer derzeit am Klever Rheinufer entlang spaziert, findet allerlei Unrat, den der Fluss bisher verborgen hat. Auch Schiffswracks tauchen entlang des Flusses auf. In anderen Städten wird bereits vor Weltkriegsmunition gewarnt, die sich noch im Schlamm verbergen könnte.

Kurz vor seinem Tod versenkt Hagen den Nibelungenschatz im Rhein. Als ihm der Kopf abgeschlagen wird, weiß niemand mehr, wo der kostbare Hort zu finden ist. So steht es im Nibelungenlied geschrieben. Ohne Zweifel ist das Rheingold einer der berühmtesten Schätze der Literaturgeschichte – und das seit Jahrhunderten. Mittlerweile muss man trocken feststellen: Wenn es das Gold tatsächlich geben würde, 2022 wäre es zum Vorschein gekommen. Der Rheinpegel bei Emmerich lag am Freitagmittag bei minus zwei. Was in diesen Zeiten sogar eine gute Nachricht ist: Am Donnerstag hatte er noch bei minus vier gelegen.

Trockenheit und Dürre haben den Rhein so tief in sein Flussbett zurückwandern lassen wie noch nie zuvor in der Geschichte der Aufzeichnungen. Schon jetzt steht fest, dass 2022 ein neues Rekordjahr wird. Und je niedriger der Pegel fällt, desto mehr gibt der Fluss an seinem Ufer frei. Wir haben uns auf Spurensuche am Rhein zwischen und dabei zwar kein Gold gefunden, aber allerlei Unrat, der in diesen Tagen zum Vorschein kommt.

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Wer sich bei Kleve auf den Weg macht, ist dabei sicher nicht allein. Viele Schaulustige säumen derzeit das Ufer. Ihnen sei eine Warnung mit auf den Weg gegeben: Sowohl in Köln als auch in Bonn haben Passanten kürzlich Granaten im Uferbereich gefunden. In beiden Fällen handelte es sich um Kriegsmunition. Die Städte bitten Spaziergänger, das unbefestigte Ufergelände nicht zu betreten. Denn es sei davon auszugehen, Kostenpflichtiger Inhalt warnt auch die für die Kampfmittelräumung zuständige Bezirksregierung Düsseldorf, dass noch mehr solcher Munition im Rhein liege. Und diese kann unter Umständen auch nach Jahrzehnten im Schlamm noch explodieren.

Der berühmteste Schatz, der am Klever Ufer sichtbar wird, ist das Wrack der 1895 gesunkenen „De Hoop 1“. Nicht das einzige Wrack, das derzeit am Rheinufer zu sehen ist. Bei Rees ist Kostenpflichtiger Inhalt ein altes Pionierboot aufgetaucht, im Silbersee an der B9 zwischen Neuss und Dormagen ein alter Aalschokker. Zudem sind zuweilen sogenannte Hungersteine zu finden, wie etwa in Leverkusen.

Bei anderen Fundstücken lässt sich die Frage der Herkunft nicht so leicht beantworten. Was ist die Geschichte des völlig verschlammten Rollkoffers, der im Sand liegt? Wie ist die Wäschetrommel in den Fluss gekommen? Auch wenn derzeit einiges zu Tage tritt: Manche Geheimnisse bewahrt sich der Rhein auch noch bei Niedrigwasser.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Diese Geheimnisse gibt der Rhein bei Niedrigwasser preis