Kranenburg-Zyfflich: Fünfmal "Mäh" in Zyfflich

Kranenburg-Zyfflich : Fünfmal "Mäh" in Zyfflich

Das Wunder der fünf Lämmer von Zyfflich

So eine Geburt hat selbst der Tierarzt noch nicht erlebt: Das Schaf von Rien und Mieke Baas hat Fünflinge geboren. Dabei hätten es beinahe nicht alle Lämmer geschafft, die ersten 48 Stunden zu überleben.

Ende März fragte sich Rien Baas: Wie dick will das Schaf noch werden? Denn für den vierten, den vorletzten Schwangerschaftsmonat, sei der Bauch schon wahnsinnig groß gewesen. "Ich hab mich schon gewundert, aber bin trotzdem maximal von drei Lämmern ausgegangen", erinnert sich der Hobbybauer.

Die kleinen Lämmer sind mächtig hungrig. Foto: Markus van Offern

Doch am Morgen des 21. April waren es doch mehr als drei neue Bewohner im Stall. Sein Schaf brachte Fünflinge zur Welt, vier Weibchen und ein Männchen. "Um halb drei in der Nacht war ich das letzte Mal gucken", erzählt Baas. "Als ich um halb sieben wieder im Stall nachschaute, ging es los." Es war, als hätte das Schaf auf Rien Baas gewartet: Denn die werdende Mutter hatte bereits beim ersten Lamm Probleme. "Es lag total verdreht, ich musste helfen und ein wenig ziehen", berichtet der 72-Jährige. "Das Zweite und Dritte kamen danach ganz normal." Eine ganze Stunde lang passierte dann nichts mehr, das Schaf stand aber auch nicht auf.

Besitzer Rien Baas mit den Schafen. Foto: Markus van Offern

Baas rief den Tierarzt. Was der Veterinär sah als er in der Zyfflicher Stalltür stand, hatte er bis dato auch noch nicht gesehen. "Nach der Untersuchung hat er ein Erinnerungsfoto geschossen", sagt Baas. "Auch für einen Tierarzt ist das etwas besonderes."

Noch seltener ist, dass alle Lämmer die ersten 48 Stunden nach der Geburt überlebten. Denn die Muttermilch ist in den ersten zwei Tagen besonders wichtig, bei fünf Lämmern und nur zwei Zitzen bei der Mutter wird es allerdings schwierig. "Das Männchen hat mir am meisten Sorgen bereitet, es ist auch heute immer noch das Schwächste von allen", sagt Baas. Von Nachbarn und ihren Tieren holte das Ehepaar Baas frische Schafsmilch, damit ihre Fünflinge überleben.

Nach gut fünf Wochen haben die drei weißen und die beiden schwarzen Lämmer die kritische Zeit überstanden. Auch das Muttertier ist wohlauf. Baas hebt eine zehn Kilogramm schweren Sack aus der Vorratskammer. Im Spülbecken warten drei Trinkflaschen mit Saugnapf darauf, befüllt zu werden. "Drei müssen noch mit der Flasche gefüttert werden", sagt Baas, der mit seiner Frau ein Bed&Breakfast betreibt. "Der Sack mit Milchpulver reicht gerade mal für zwei Wochen."

Beim Mittagessen gegen ein Uhr schmatzt der Nachwuchs um die Wette. Mit großen Augen und wackelnden Ohren saugen die Lämmer die hingehaltene Flasche bis auf den letzten Milliliter leer. Bis Anfang Juli trinken sie noch die künstliche Milch.

Einen Namen haben weder das Mutterschaf noch die fünf Lämmer. "Ich bin auf einem großen Bauernhof in den Niederlanden groß geworden", erzählt Baas. "Da haben wir nur den Kühen einen Namen gegeben; Kaninchen, Hühner und Schafe hatten keine." Doch bei so einer besonderen Geburt will der 72-Jährige zumindest darüber nachdenken, dem jüngsten Nachwuchs einen Namen zu geben.

"Mit Lämmern bleibt man jung", schmunzelt Baas. Besonders dieses Mutterschaf halte ihn auf Trab. Immerhin hat es erst im vergangenen Jahr Vierlinge auf die Welt gebracht. "Ich hoffe, dass sie nächstes Jahr nicht die Sechs anpeilt", sagt der Hobbybauer.

(laha)
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