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Friedensbewegung beanstandet Kalkars Denkmal mit Nazi-Spruch

Geschichte : Kalkars Kriegerdenkmal bekommt eine Infotafel

Das Kriegerdenkmal im Stadtpark Kalkar enthält auf seiner Rückseite ein Zitat aus Hitlers „Mein Kampf“. Seit langem warten Kritiker auf eine klärende Tafel. Die soll in Kürze angebracht werden, sagt die Stadt.

(nik) Es war damals, 2014, ein großer Aufreger, als der Historiker Dr. Hans Hesse eine Inschrift auf dem Kalkarer Kriegerdenkmal im Stadtpark als Nazi-Zitat enttarnte und die Rheinische Post darüber berichtete. Die Politik wurde sich recht schnell einig, dass da etwas geschehen müsse, aber was das sein sollte, darüber gingen die Meinungen auseinander. Ein QR-Code ermöglicht seit einiger Zeit, sich Informationen durch Scannen auf dem Smartphone anzeigen zu lassen. Ein auffälliges Schild, mit dem sich Kalkar eindeutig von der Aussage aus Hitlers „Mein Kampf“ distanziert, fehlt aber bis heute. Das beanstandet die Deutsche Friedensgesellschaft, Ortsgruppe Kleve, in einem offenen Brief scharf.

„Wie lange will die Stadt Kalkar eigentlich diese in Stein gehauene menschenverachtende und kriegsverherrlichende Hetze noch dulden? Durch ein weiteres Nichthandeln schafft die Stadt Kalkar einen Wellnessbereich für Rechtsextreme und Faschisten, eine Weihestätte für die neuen Nazis“, schreibt Lothar Klöhn als Unterzeichner. Die Kriegsdienstgegner fanden es gut, dass ein Gleichgesinnter im Juli 2019 das „Nazi-Monument“ durch Besprühen zu einem Friedensmahnmal „umgestaltet“ habe. Die Stadt ließ es reinigen. Harald Münzner, zuständig für die Kultur in Kalkar, versicherte gegenüber der RP, dass die Info-Tafel noch in diesem Frühjahr aufgehängt werde. Er sei gerade mit der Gestaltung und Textauswahl beschäftigt.