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Bedburg-Hau: Freiwillige Lebensretter seit 80 Jahren

Bedburg-Hau : Freiwillige Lebensretter seit 80 Jahren

Die Feuerwehr in Bedburg-Hau wurde 1934 gegründet. Heute sorgen 163 Einsatzkräfte für Sicherheit in der Gemeinde. Zum runden Geburtstag möchte man sich auf Veranstaltungen präsentieren, offensiv um Nachwuchs werben.

Zweimal in der Woche rückt die Feuerwehr in Bedburg-Hau zum Einsatz aus. Im Durchschnitt natürlich. "Da kommt schon einiges zusammen", sagt Pressesprecher Michael Hendricks. Auch wenn sich die Einsätze im Laufe der Zeit verändert haben: "Brände gehen eigentlich immer weiter zurück, auch aufgrund von Bauvorschriften", sagt Wehrführer Stefan Veldmeijer. In diesem Jahr habe es viel mehr eine besonders hohe Anzahl an Verkehrsunfällen gegeben. "Das war schon ungewöhnlich", sagt Michael Hendricks.

An einen Vorfall erinnern sich dabei alle besonders: Als im Januar alle Abteilungsleiter der Feuerwehr bei einem Abendessen an einem Standort zusammensaßen und der Einsatzbefehl kam. Nur einige hundert Meter weit entfernt waren vier Senioren eingeklemmt. "Wir haben uns die Kleidung der Kollegen angezogen, alles war zu groß oder zu klein — und sind sofort zur Hilfe geeilt", erzählt Michael Hendricks.

1934 gegründet, sorgt die Feuerwehr seit mittlerweile 80 Jahren für Sicherheit in der Gemeinde. Inzwischen sind 163 Einsatzkräfte — darunter fünf Frauen — im Dienst tätig. Freiwillig versteht sich. Eine Berufsfeuerwehr gibt es im Kreis Kleve nicht mehr. Das heißt aber auch, dass sich die Feuerwehr selbst darum kümmern muss, Nachwuchs anzuziehen. "Da hat sich die Jugendfeuerwehr bewährt", sagt Stefan Veldmeijer. Ab zwölf Jahren kann man man dieser beitreten, 16 Nachwuchskräfte — darunter drei Mädchen — kann die Feuerwehr in Bedburg-Hau zurzeit ihr Eigen nennen. "Normalerweise gehen davon fast alle in die reguläre Feuerwehr über", sagt Veldmeijer.

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In der Gemeinde kommen 77 Einwohner auf eine Einsatzkraft. "Das ist kein schlechter Schnitt", sagt der Wehrführer. Das Problem sei aber ein ganz anderes. "Viele sind tagsüber so durch ihre Arbeit gebunden, dass sie nicht sofort alles stehen und liegen lassen können, wenn ein Notruf eingeht", sagt Michael Hendricks. Da hilft nur, noch mehr Einsatzkräfte zur Verfügung zu haben. Die hofft man, im Jubiläumsjahr für sich begeistern zu können. "Viele wissen gar nicht, dass es uns in der Form gibt", sagt Michael Hendricks. Ganz normale Bürger, Nachbarn, Freunde.

Fünf große Veranstaltungen sind für 2014 geplant. Am 1. Mai einen Feuerwehr-Aktion-Tag in Till-Moyland am Gerätehaus. Am 29. Mai ein Feuerwehr-Kinderfest in Schneppenbaum auf der Festwiese "Am Bersberg". Am 22. Juni ein Feuerwehr-Sommerfest in Louisendorf am Gerätehaus. Ein Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehr in Bedburg-Hau an der Sekundarschule vom 14. bis zum 17. August — zwischen 250 und 300 Jugendfeuerwehrleute aus dem gesamten Kreis werden dann erwartet.

Zum Abschluss findet schließlich am 12. September das Gemeindefeuerwehrfest zur Kirmes in Hasselt statt. "Darüber hinaus gehen wir natürlich auch in Schulen und Kindergärten, um unsere Arbeit schon den Kindern zu zeigen", sagt der stellvertretende Wehrführer Klaus Elsmann.

(lukra)