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Frauenberatungsstelle Impuls stellt Kampagne "Luisa ist hier" vor

Präventionskampagne im Kreis Kleve : „Luisa“ gibt Frauen ein sicheres Gefühl

Die Beratungsstelle Impuls hat eine neue Kampagne gestartet. Bei sexuellen Übergriffen können Frauen sich mit der Frage „Ist Luisa hier?“ ans Personal wenden. Drei Einrichtungen in Kleve wurden geschult, weitere werden gesucht.

Frau sitzt an der Bar, hat schon etwas getrunken und wird von einem fremden Mann angesprochen. Dabei fühlt sie sich belästigt und unwohl. Was tun? Um aus dieser unangenehmen Situation herauszukommen, gibt es ab sofort einen kurzen prägnanten Satz, der hilft: „Ist Luisa hier?“ Diese „Kampagne zur Sensibilisierung und unkomplizierte Unterstützung für Frauen bei sexuellen Übergriffen“ wird seit 2016 deutschlandweit durchgeführt wird und ist jetzt nun auch offiziell im Kreis Kleve gestartet. Initiator für den Kreis Kleve ist die Frauenberatungsstelle (FBST) Impuls. Die Idee dazu hatte Walburga Kamps von der Kreis Klever Frauen Union.

Hildegard Wolff von Impuls erklärt, wie das Codewort „Luisa“ funktioniert: Die hilfesuchende Frau wendet sich an das geschulte Thekenpersonal und wird diskret in einen geschützen Raum geführt. Dort kann das weitere Vorgehen besprochen werden. Hierbei kann die betroffene Frau selber entscheiden, ob die Polizei gerufen werden soll, ein Taxi bestellt werden oder die zurückgelassenen Sachen, wie zum Beispiel Mantel und Tasche geholt werden sollen. Inzwischen konnte die Beratungsstelle Impuls sechs Institutionen, wie Diskotheken, Kneipen, Clubs und Bars gewinnen, davon sind bereits drei geschult: das Klever Tichelpark Cinema, das Radhaus und Cafe Solo in Kleve. Schulungen übernehmen die Mitarbeiter der Frauenberatungsstelle.

„Wir unterstützen diese Kampagne gerne. Auch bei uns kommen viele Menschen zusammen, an manchen Tagen sind 2000 gleichzeitig im Haus“, sagt Tichelpark-Geschäftsführer Reinhard Berens. Ein einfacher Mechanismus zur schnellen Hilfe solle vorhanden sein. Mit im Boot ist auch die Kreispolizeibehörde Kleve. „Es ist ein guter, präventiver Einsatz, den wir befürworten“, sagt Stefanie Bodden-Bergau. In den teilnehmenden Lokalen gibt es Flyer und Aufkleber „Luisa ist hier.“

Zum Hintergrund: Die Kampagne “Luisa ist hier“ will transparent sein und möchte vermitteln, dass aufgepasst wird. Sie wurde im Dezember 2016 vom Münsterschen Frauen-Notruf ins Leben gerufen. Inzwischen nehmen insgesamt 53 Städte und Kreise in Deutschland und der Schweiz teil. Ziel ist, dass Frauen und auch Männer sich vor allem in Clubs und Bars sicher fühlen. Das Codewort verhindert, dass komplizierte Erklärungen notwendig werden. Das geschulte Personal weiß sofort Bescheid, was zu tun ist und holt die Person aus der Situation heraus.

Der Sparkassenverband Rhein-Maas-Kleve mit den Verbandssparkassen Kleve und Goch und die Sparkasse Krefeld-Regionaldirektion Geldern fördern „Luisa“. „Die Aktion muss sich rumsprechen und soll verbreitet werden“, betont Patrick Tekock Sparkassenregionalleiter in Geldern. Hildegard Wolff sagt: „Gastronomiebetriebe mit jungem oder altersgemischtem Publikum sind herzlich eingeladen sich zu beteiligen.“