Frau bestellt Bestatter für Lebenden in Kleve

Schlechter Scherz in Kleve? : Frau bestellt Bestatter für einen Lebenden

Eine Anruferin hat vier Bestattungsunternehmen zu einem Sterbefall in Kleve gerufen. Die Tür öffnete der vermeintliche Tote. Die Polizei ermittelt.

Sollte es ein schlechter Scherz sein oder wollte eine Unbekannte einen Mann aus Kleve bewusst schockieren? Die Frau hat das Bestattungsunternehmen Winters zu einem vermeintlichen Sterbefall in ein Haus an der Hoffmannallee gerufen. Als der Bestatter klingelte, öffnete der Mann jedoch quicklebendig. Er teilte der Firma mit, dass Winters schon das vierte Bestattungsunternehmen sei, das seinen Leichnam abholen wolle.

Das ereignete sich nach Schilderung von Inhaberin Tanja Winters am vergangenen Mittwoch: Um 16.15 Uhr ging ein Anruf ein. Eine Frau, die sich als Ehefrau ausgab, erklärte, dass ihr Mann zu Hause verstorben sei und sie das Bestattungsinstitut aufgrund einer Empfehlung mit der Beerdigung beauftragen wolle. Sie legte dar, dass derzeit ein Arzt im Hause sei, der die Todesbescheinigung ausfülle und es ihr sehr wichtig sei, dass der Leichnam ihres Mannes nicht über Nacht zu Hause bleiben solle und sie deshalb schon am Abend die Dienste von Winters beanspruchen wolle.

„Wir notierten zunächst die ersten Informationen sowie die Telefonnummer der Anruferin, die sie uns auf Nachfrage nannte“, erinnert sich Helmut Plecker vom Bestattungsinstitut. Als Tanja Winters am Abend am vermeintlichen Trauerhaus eintraf, öffnete der angeblich Verstorbene die Tür. „Wir staunten nicht schlecht. Schockiert erklärte der Mann uns, dass wir inzwischen das vierte Bestattungsunternehmen seien, das seinen Leichnam abholen wolle und nannte auch die Namen der drei Kollegen, die bereits vor uns vorstellig wurden. Die Bestellungen seien Fake-Anrufe“, erzählt Winters.

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Sofort informierten Winters und Plecker weitere Mitbewerber über die seltsamen Anrufe der Unbekannten. Dabei stellte sich heraus, dass die Frau sich auch dort bereits gemeldet hatte – immer mit unterdrückter Nummer. Sobald die Frau aufgefordert wurde, ihre Telefonnummer zu nennen oder als sie damit konfrontiert wurde, dass man über die „Scherzanrufe“ Bescheid wisse, legte sie sofort auf.

Es ist offenbar nicht das erste Mal, dass der Klever von der Frau belästigt wurde. Die von der Frau genannte Telefonnummer der „Traueradresse“ an der Hoffmannallee ist bereits nicht mehr gültig. Der Mann hatte seine Nummer ändern lassen, weil er sich durch vorausgegangene Anrufe belästigt fühlte.

Inzwischen ist auch die Klever Polizei eingeschaltet. Sie prüft, ob ein Gesetzesverstoß vorliegt, will dazu noch Rücksprache mit den Unternehmen halten. „Früher fiel so etwas unter den Tatbestand ,Grober Unfug’, das gibt es jetzt so nicht mehr“, erläutert Polizei-Sprecher Michael Ermers. Beim Bestattungsunternehmen Winters ist man nicht gerade zuversichtlich, dass die Sache aufgeklärt wird. „Die Aussichten, dass die Schäden, die den Bestattungsunternehmen durch ihre Einsätze entstanden sind, ersetzt werden, stehen schlecht“, sagt Plecker.

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