Kalkar: Forum Kalkar startet mit 88 Mitgliedern

Kalkar: Forum Kalkar startet mit 88 Mitgliedern

Auf der Gründungsversammlung der neuen Wählergemeinschaft bestimmten die Mitglieder Britta Schulz zur Vorsitzenden. SPD gratulierte mit einem Blumenstrauß. CDU gibt sich gelassen und setzt auf erworbene Verdienste.

Einen solchen Ansturm an Gästen wie bei der Gründungsversammlung der neuen Wählergemeinschaft Forum Kalkar hat die Gaststätte "Marktstübchen" am Marktplatz der Nicolaistadt schon lange nicht mehr – wenn überhaupt je schon einmal – erlebt: 145 Bürger strömten ins Lokal – Platz fanden sie dort nur deshalb, weil Mobiliar auf den Bürgersteig verfrachtet wurde. Und viele der Gäste waren nicht nur interessiert – 88 waren auch engagiert und traten der neuen Wählergemeinschaft als Mitglied bei. Zum Vergleich: die CDU hat in Kalkar knapp über 240 Mitglieder, in Kalkars SPD sind nur 70 Genossen.

"Ich hätte im Traum nicht damit gerechnet, dass so viele Leute Interesse zeigen", sagte Britta Schulz, Ex-CDU-Mitglied und Initiatorin der neuen Gruppierung. Gehofft hatte die 54-Jährige im Vorfeld auf etwa 70 Besucher – und wäre auch damit schon zufrieden gewesen.

Nur sieben Mitglieder hätte es laut Gesetz zur Gründung der Wählergemeinschaft gebraucht. Die 88 Mitglieder verabschiedeten einstimmig die Satzung und wählten den geschäftsführenden Vorstand. Sie bestimmten zudem die Initiatorin Britta Schulz zur Vorsitzenden, Dirk Altenburg aus Wissel zu ihrem Stellvertreter, Uwe Gaida aus Wissel zum Geschäftsführer und Hermann Untervoßbeck aus Kehrum zum Kassierer.

Zu den ersten Gratulanten gehörte Walter Schwaya von der SPD, der im Auftrag seiner Partei einen Blumenstrauß überreichte. Ein "guter Start" der Wählergemeinschaft war für den Sozialdemokraten aufgrund der Stimmungslage in der Stadt zwar absehbar. Mit einer derart "überwältigenden Resonanz" hätte er jedoch nicht gerechnet.

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Auch der Fraktionschef der SPD im Kalkarer Rat, Jochem Reinkens, "gratulierte" am Tag nach der Gründungsversammlung zum gelungenen "start-up". Zugleich betonte der Sozialdemokrat aber, man müsse abwarten, was das Forum Kalkar programmatisch zu bieten habe. Dass die SPD 2015 mit dem Forum Kalkar einen Kandidaten gegen Gerhard Fonck (CDU) ins Rennen um das Bürgermeisteramt schicken könnte, schließt Jochem Reinkens nicht aus – auch wenn er in den Reihen des Forums Kalkar noch keinen geeigneten Kandidaten sehe. Dass die CDU bei der Kommunalwahl im Mai mit "deutlichen Stimmenverlusten" rechnen muss, und der CDU-Direktkandidat in Hönnepel gegen Norbert van de Sand, der dort für die neue Wählergemeinschaft antreten wird, keine Chance hat, davon ist Jochem Reinkens überzeugt.

Dass sich in Kalkar offenbar mehr Menschen politisch engagieren wollen, begrüßte Carsten Nass von der CDU. "Aus dem Protest heraus" könne man immer gut starten. Nun müsse man sehen, was das Forum Kalkar in Zukunft außer Kritik zu bieten habe. Die Kalkarer CDU werde in den Wochen vor der Kommunalwahl nochmals herausstellen, was sie in der Vergangenheit für die Stadt geleistet habe. "Und dann hat der Wähler das Wort", sagte Carsten Nass – und ob es noch mal zur absoluten Mehrheit für die Christdemokraten in der Nicolaistadt reichen werde, zeige sich auch am 25. Mai.

Forum Kalkar hat schon den Termin für einen nächsten Ansturm gesetzt. Weitere Mitglieder und Kandidaten für die Kommunalwahl sollen am Freitag, 7. Februar, ab 19.30 Uhr gefunden werden – im Landhaus Beckmann in Appeldorn – dort ist mehr Platz als im "Marktstübchen".

(RP)