Kleve-Griethausen: För Land en Lüj mit vielen "Vertällekes"

Kleve-Griethausen : För Land en Lüj mit vielen "Vertällekes"

Die große Mundartveranstaltung im voll besetzten Bürgerhaus in Griethausen bot den Besuchern im Dorf der Wölfe ein toll zusammengestelltes Programm mit Vorträgen aus dem gesamten Kreisgebiet. Auch Tombola im Angebot.

Beim aktuellen Programm "För Land en Lüj" gaben Mundartfreunde aus dem gesamten Kreis Kleve im voll besetzten Bürgerhaus in Griethausen ihr Bestes. Willi Vaegs, Goch, Vorsitzender "För Land en Lüj e.V.", konnte die zahlreichen Besucher, darunter Vize-Bürgermeister aus dem Klever Land, begrüßen (auch im Süden des Kreises wird es eine Veranstaltung geben).

Kleves Vizebürgermeister, der Bündnisgrüne Dr. Artur Leenders, lobte in seinem Grußwort in Griethausen das Bemühen um die heimische Mundart. Und die stellvertretende Landrätin, Hubertina Croonenbroek, freute sich über die Beiträge aus vielen Dörfern im Kreis Kleve.

Und dann eröffnete Moderator Dietmar Daams aus Griethausen, schlagfertig und mit viel Humor, ein Programm, das es in sich hatte. Der Männergesangverein Griethausen unter der Leitung von Wolfgang Hoppe sang das Griethausener Heimatlied "Griethausen am uralten Rhein".

  • Geldern : "För Land en Lüj" in Kalkar und Geldern-Pont
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Im Zwiegespräch beleuchteten Petra Faut und Peter Hendricks aus Weeze die wertvolle Arbeit der Platt-AG an der Marienwasserschule in Weeze.

Vor allem die Mundartlieder, dargeboten von Mädchen und Jungen dieser Schule, erfreuten die Besucher. "Van leawe on sterbe" wusste Kurt Meyers aus Nieukerk zu berichten. Ein Fünfjähriger zum Opa über einen Neugeborenen: "Nä, Opa, denn hätt gen Höör än gen Tänd, denn könne wej nit behalde, dat es ennen Alde."

Peter Hendricks aus Uedem hatte eine wunderschöne Geschichte von Franz Matenaar entdeckt: "Sent Jan hät geholpe" und machte sich dazu seine eigenen Gedanken.

Über Hühner, Ponys und Läuse plauderte der zehnjährige Lasse Füngelings aus Walbeck mit "Jedes Dier es nötzlek". Heino Derkx aus Walbeck erlebte skurrile Geschichten "met sinne Fitz" und hatte die Lacher auf seiner Seite. Nach der Pause sangen die Parodisten aus Uedem "Lidjes op Platt", darunter auch "Mein Vaterhaus" und "Onse Papp".

Eine schier unglaubliche Geschichte wusste Kathi Janssen aus Materborn über ihre Oma und die "Ärtesupp üt dän Kaufhof" zu erzählen.

Hans van Leuwen aus Lüllingen ließ in Wort und Lied die "Kersmes vör 70 Johr" in seinem Heidedorf lebendig werden. Aber er beschrieb nicht nur Weihnachten, sondern auch sein geliebtes Kluus-Dorf. Dietmar Daams hatte in Griethausen ein Heimspiel. Die Schilderung des Kreuzworträtsels, wobei nur noch "ein Fluss mit drei Buchstaben in Norwegen" fehlte, löste Begeisterung aus.

Was Hans Tervooren aus Kervenheim mit "En Reis nor Berlin" zum Besten gab, ist kaum zu beschreiben. Neben dem Bier für 4,80 Euro gab es für einen Kollegen die Möglichkeit, in einem Altenheim den Rotwein aus einer Schnabeltasse zu trinken. Einfach Spitze, dieser auswendig aufgesagte Vortrag! "Mar nächstes Johr get et wärr nor Jan an de Fähr".

Den Schlusspunkt unter die Veranstaltung "För Land en Lüj" setzte schließlich Johannes van Koeverden mit "Vertällekes üt Griethüse", wobei seine Liebe zum Dorf der Wölfe nicht zu verkennen war. Eine reichhaltige Tombola wartete dann auf glückliche Gewinner. Der Dank der Mundartfreunde in Griethausen galt den Sparkassen im Kreis Kleve für die freundliche Unterstützung.

(RP)
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