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Firma Overdie baut neue Halle im Gewerbegebiet Hammscher Hof in Kleve

Neubau : Hier wird aus Schlacke Geld gemacht

Im Gewerbegebiet Hammscher Hof baut Overdie eine große Halle. Aus Verbrennungsrückständen sollen 30 Mitarbeiter in Kleve wertvolle Metall-Gemische herausfiltern. Das sieht die Firma auch als Beitrag zum Umweltschutz.

Für die einen ist es Industrie-Abfall, für die anderen ein wertvoller Rohstoff. Das Unternehmen Overdie Deutschland hat sich auf das Recycling von Nicht-Eisen-Metall-Gemischen spezialisiert. Nach einem Hochtemperatur-Verbrennungsprozess in einer Verbrennungsanlage verbleiben Schlackereste, die diese hochwertigen und wertvollen Gemische enthalten. Da Metalle weltweit einer wachsenden Nachfrage unterliegen, baut Overdie in Kleve eine Halle, in der diese Metalle zurückgewonnen und anschließend dem Warenwirtschaftskreislauf wieder zugeführt werden.

1500 Quadratmeter wird die Halle im Gewerbegebiet Hammscher Hof an der Briener Straße umfassen. Geschäftsführer Emiel van Loon erklärt, was dort ab Mitte November vor sich gehen soll: „Herzstück unserer Anlage ist eine innovative, so genannte Schwimm-Sink-Anlage. Nach einer hochwertigen Aufbereitung der Verbrennungsrückstände werden hier durch ein spezielles mechanisches Verfahren Metalle von anderen Restbeständen getrennt.“ Die Gemische beinhalten neben einer mineralischen Fraktion Nichteisenmetalle wie Aluminium und Kupfer. Die Trennung erfolgt physikalisch und nicht chemisch.

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Overdie Deutschland ist ein Joint Venture von drei internationalen Partnern aus Deutschland und den Niederlanden. Besonders in den Niederlanden, wo die Firma bereits einige Anlagen erfolgreich realisierte und betreibt. „Unsere langjährige Erfahrung in diesem Bereich sowie unsere Partnerschaften und Joint Ventures in Deutschland haben nunmehr die Overdie Deutschland GmbH entstehen lassen“, erläutert van Loon. Doch wie ist er ausgerechnet auf die Schwanenstadt als Standort gekommen? „Als Standort wurde Kleve ausgewählt, da hier die Nähe zu unseren Partnern bzw. Dependancen in den Niederlanden gegeben ist und kooperativ genutzt werden kann. Zudem liegt der Standort günstig für unsere Kundenbeziehungen und Zulieferer“, begründet van Loon seine Wahl. Die Schlacke wird per Lkw aus dem Ruhrgebiet angeliefert. „Kleve ist ein wachsender und prosperierender Standort mit vielen Vorteilen. Wir freuen uns darüber, dass die Stadt unser Vorhaben unterstützt und uns dabei geholfen hat, diese innovative Technik hier am Niederrhein zum Einsatz kommen zu lassen“, sagt van Loon.

In Kleve wird seine Firma mit rund 20 Mitarbeitern starten. Wenn die Anlage unter Volllast fahren wird, werden voraussichtlich bis zu bis 30 Mitarbeiter am neuen Standort beschäftigt sein. „Aktuell haben wir speziell für den Betrieb in Kleve Stellengesuche. Vorzugsweise sollen die neuen Mitarbeiter aus der Region kommen“, sagt van Loon. Wirtschaftsförderer Joachim Rasch ist begeistert, dass es mit der Ansiedlung geklappt hat: „Schnell wurde uns klar, dass wir eine hoch-innovative, umweltschonende und werthaltige Projektidee von erfahrenen Partnern vor uns hatten, die wir unterstützen wollten. Die Stadtverwaltung sowie der Rat haben ebensoschnell die Vorteile, die Nachhaltigkeit sowie die besondere Wertschöpfung des Projektes erkannt und die Realisierung durch das zur-Verfügung-Stellen eines Gewerbegrundstücks ermöglicht.“

Angst, dass bei dem Recycling-Prozess schädliche Stoffe in die Umgebung gelangen, müsse niemand haben, betont von Loon. „Es entstehen dabei weder Gerüche, Lärm oder sonstige Emissionen“, sagt er. Sogar das Wasser der Anlage werde in einem absolut geschlossenen Kreislauf behalten und kontinuierlich behandelt, ohne dass es zu Einleitungen in das Kanalsystem komme. Van Loon rechnet mit „weniger als zehn Lkw pro Tag“, die das Klever Werk anfahren werden, und die dazu beitragen, dass Overdie aus Schlacke Geld macht.