Kleve/Düsseldorf: Fiasko für Kleve Marketing

Kleve/Düsseldorf : Fiasko für Kleve Marketing

Für zehn Besucher aus Düsseldorf und Mettmann wurde ihre Reise nach Kleve zur Enttäuschung. Sie hatten sich für eine Busrundfahrt von Kleve Marketing angemeldet. In Kleve angekommen, durften sie aber nicht mitfahren.

Seit 30 Jahren war der gebürtige Moyländer Karl-Heinz Schneider nicht mehr in Kleve zu Besuch. Am vergangenen Wochenende nun wollte der 61-jährige Düsseldorfer seiner Frau die alte Heimat zeigen — bei einer Busrundfahrt, die von Kleve Marketing bis nach Düsseldorf beworben worden war.

Am Sonntag die große Enttäuschung: Zusammen mit dem Ehepaar Schneider wurden vier weitere Paare aus Düsseldorf und Mettmann abgewimmelt. Der Bus sei voll.

"Am Samstag fragte ich telefonisch bei Kleve Marketing wegen der Voranmeldung nach. Beschieden wurde uns mitgeteilt: Da brauchen Sie sich nicht anzumelden, es gibt genügend Plätze. Sie kommen einfach zum Bus und zahlen den Preis", erinnert sich Schneider.

Vor Ort aber teilte Stadtführerin Petra Scheike den Wartenden mit, es habe bereits am Freitag 36 Anmeldungen für die 39 Plätze gegeben. "Dann begann der Kampf um die letzten Plätze, getreu dem Grundsatz: Wer den besseren Ellenbogen hat. An diesem für die Stadt Kleve und ihren Fremdenverkehr unwürdigen Schauspiel haben wir uns nicht beteiligt, bekamen den (spöttischen?) Hinweis seitens Frau Scheike, um 17 Uhr gebe es ja im Blumenhof ein kostenloses Klavierkonzert, das die acht Zurückgebliebenen besuchen könnten", berichtet Schneider.

Was genau schief gelaufen ist, will Kleve Marketing nun recherchieren. Laut Karl-Heinz Schneider erklärte Petra Scheike, dass die Liste mit den Anmeldungen kurzzeitig verschwunden gewesen sei. Petra Hendricks von Kleve Marketing sagt, dass samstags Ehrenamtliche die Anmeldungen entgegen nähmen, und dass so etwas wie am Sonntag "passieren könne".

"Manchmal weiß man erst fünf Minuten vorher, wie viele Teilnehmer es gibt." Dabei bat Kleve Marketing in seiner Werbung für die Busfahrt doch um Voranmeldung, und die Paare aus Düsseldorf sind dem nachgekommen. Alle hatten sich telefonisch gemeldet und bekamen den Hinweis, es sei eben nicht nötig. Somit hätte man bei ordnungsgemäßer Führung der Anmeldeliste diesen Fehler vermeiden können, meint auch Schneider.

"Es ist eine Schande. Besonders Leid tat mir das eklatante Resultat für drei Ehepaare aus Düsseldorf, darunter ein schwerbehinderter Herr. Diese waren extra mit dem Zug angereist und blieben nunmehr frustriert und ratlos zurück. Auch ich habe mich sehr darauf gefreut, und statt dessen hört man nun von den Leuten, dass sie nicht mehr nach Kleve kommen wollen."

Eine Entschuldigung gab es vor Ort jedoch nicht. "Statt dessen schob die Stadtführerin Kleve Marketing den schwarzen Peter zu, die hätten keine Ahnung", so der Düsseldorfer enttäuscht. Er hätte sich gewünscht, dass man wenigstens ihre Namen notiert hätte, damit sie sich Ernst genommen gefühlt hätten. Doch dem war nicht so.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kreis Kleve damals und heute

(RP/rl/jco/ac/top)
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