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FFF veranstaltet am 6. Februar Spontandemo gegen Faschismus in Kleve

Fridays for Future in Kleve : Spontandemo gegen den Faschismus

Sie wollen ein Zeichen gegen Faschismus setzen: die Klever Fridays for Future-Gruppe (FFF). Spontan rufen sie am Donnerstag, 6. Februar, 17 Uhr, zur Demo vor dem Rathaus in Kleve auf.

Die Klever Fridays for Future-Gruppe (FFF) veranstaltet am Donnerstag, 6. Februar, 17 Uhr, eine Spontandemo vor dem Klever Rathaus. Grund dafür ist der FDP-Politiker Thomas Kemmerich, der am Mittwoch (5. Februar) mit den Stimmen der AfD Thüringens neuer Ministerpräsident geworden ist. „Kemmerich als Bügelhalter der AfD? Nein Danke! Gegen Faschismus und Klimawandelleugnung“, so schreiben es die Klever Aktivisten auf ihrem Plakat. Darauf zu sehen ist der umstrittene AfD-Politiker Björn Höcke, der Kemmerich zur Wahl gratuliert.

„Es ist unerträglich, dass ein angeblicher Demokrat und Bürger der Mitte, wie Herr Kemmerich sich bezeichnet, seine Wahl zum Ministerpräsident annimmt, wohl wissend, dass er nur durch die Stimmen der AfD zum Amt gelangte. Herr Kemmerich hatte die Möglichkeit, die Wahl nicht anzuerkennen und hat somit wohlwollend mit den Faschisten koaliert“, sagt Jannik Berbalk. Berbalk ist Vorstandsmitglied von FFF Kleve und hat die Demo in der Nacht zu Donnerstag (6. Februar) spontan angemeldet. Er bittet alle Bürger, alle Demokraten und all jene, die Stellung gegen das Erstarken der Faschisten und für die Demokratie im Land beziehen möchten, an der Demonstration vor dem Klever Rathaus teilzunehmen. „Wir lassen uns durch Faschisten und Idioten unsere Zukunft nicht kaputt machen“, so Berbalk.

Die FDP im Kreis Kleve hat am Mittwochabend zur Wahl von Kemmerich getagt und in den sozialen Medien ein Statement abgegeben: „Als Freie Demokraten sind wir der festen Überzeugung, dass es keinen liberalen Ministerpräsidenten geben kann, der durch die AfD ins Amt gewählt wurde. Mit Thomas Kemmerich haben die Freien Demokraten in Thüringen einen Kandidaten für die politische Mitte aufgestellt, um den Menschen in Thüringen eine Alternative zu den Extremen zu bieten. Die Annahme der Wahl konterkariert dieses Ansinnen. Es ist mit unserer freiheitlichen Grundhaltung nicht vereinbar, dass es auch nur den Anschein für eine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen AfD gibt. Somit sehen wir es als einzigen Schritt an, den Weg für Neuwahlen freizumachen.“ Bodo Wißen, SPD-Politiker aus Rees und stellvertretender Kreisvorsitzender, dankte für das „klare Statement“. Norbert Killewald, Vorsitzender der SPD im Kreis Kleve, bittet FDP und CDU zur Demo zu kommen. Das Ansehen unseres demokratischen Systems ist seit gestern deutlich verloren gegangen. „Von uns gehen einige als Zeichen auch in Kleve heute auf die Straße: 17 Uhr. Kommt mit oder seid anders laut und deutlich“, so Killewald in den sozialen Medien.

FFF Kleve gibt es übrigens seit mehr als einem Jahr. Die Gruppe veranstaltet in regelmäßigen Abständen Demonstrationen. Die nächste ist für Freitag, 14. Februar, geplant. Einer der größten Erfolge der Bewegung ist bisher, dass die Stadt Kleve den Klimanotstand ausgerufen hat.