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Kranenburg: Feuerwehr kämpft um neue Kameraden

Kranenburg : Feuerwehr kämpft um neue Kameraden

149 Aktive gibt es in der Kranenburger Wehr - bei annähernd 11.000 Einwohnern. Um für das Ehrenamt zu werben, verstärken die Kameraden die Öffentlichkeitsarbeit. So auch auf dem Stüppkesmarkt ab kommenden Samstag.

Wenn irgendwo im Kleverland der Sirenenalarm oder der Melder losgeht, sind es weitestgehend freiwillige Männer und Frauen, die zum Löschen anrücken. Oftmals lassen sie hierzu in der Fabrik, im Büro oder in der Werkstatt alles stehen und liegen, um Brände zu bekämpfen oder bei anderen Notfällen zu helfen. Es sind Männer und Frauen, die sich neben ihrer beruflichen Tätigkeit dem Dienst an ihren Mitmenschen verschrieben haben. Dabei helfen sie auch an ihren freien Tagen, kommen gar mitten in der Nacht. Ganz egal, wann und zu welcher Uhrzeit die ehrenamtlichen Helfer ausrücken, sie sind am nächsten Morgen wieder im Büro, in der Werkstatt oder auf der Baustelle.

Das ist bei den aktiven Männern und Frauen in den zwei Löschzügen und fünf Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Kranenburg nicht anders. Dabei verleiht ihre hohe Einsatzbereitschaft der Bevölkerung der annähernd 11.000 Einwohner starken Gemeinde ein Gefühl der Sicherheit.

Und obwohl die hoch motivierte Mannschaft um deren Leiter Norbert Jansen personell und technisch gut aufgestellt ist, blickt sie, wie anderswo im Kreisgebiet auch, eher verhalten optimistisch in die Zukunft. Denn die "fetten Jahre", in denen Jungen wie Mädchen den klassischen Wunschberuf folgten Feuerwehrmann oder -frau zu werden, gar ein Held oder eine Heldin zu sein, um Menschen auf ehrenamtlicher Basis aus brennenden Häusern zu befreien, die sind auch in der ehemaligen Grenzfeste längst vorbei. Auch, wenn sich derzeit 23 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr engagieren um über kurz oder lang zur aktiven Wehr überzuwechseln.

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Um dem schleichenden Schwund an freiwilligen Helfern entgegenzuwirken, die in ihrer Freizeit für die Sicherheit der Bevölkerung 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr zur Verfügung stehen, hat sich in Kranenburg eine Arbeitsgruppe der Feuerwehr gebildet, die sich um die Außendarstellung sowie um deren Mitgliederwerbung kümmert. Und eben diese Gruppe wird zum , amSamstag und Sonntag, 1. und 2. Juli, im Bereich des Rathauses auch mit einem Informationsstand vertreten sein, will mit Nachdruck darauf hinweisen, dass sich die Freiwillige Feuerwehr aktiv in den Dienst aller Bürger stellt, um im Notfall zu helfen ohne jedoch dabei außer Acht zu lassen, dass sie hierzu Unterstützung braucht.

Sollte daher innerhalb der Gemeinde Interesse am Dienst für den Nächsten bestehen, die Begeisterung für Kameradschaft, Fahrzeuge und Technik vorhanden sein, dann besteht nach Meinung der Wehrleute kein Grund, ein Teil dieser großen Gemeinschaft zu werden. Getreu dem Motto: "Freiwillige Feuerwehr, für mich, für alle. Wir sind dabei und wann kommst Du?", können zusätzliche Mitglieder dabei helfen, die so genannte Tagesverfügbarkeit zu erhöhen, da gerade tagsüber die meisten berufsbedingt nicht in Kranenburg sind. "So darf ich allen Arbeitgebern für ihre Bereitschaft danken, wenn sie bereits Feuerwehrleute in ihren Firmen beschäftigt haben und diese für Aufgaben der Feuerwehr freistellen. Denn gerade das stärkt die Tagesverfügbarkeit", ließ unlängst der Kranenburger Gemeindebrandinspektor in seinem Jahresbericht verlautbaren.

Allerdings soll an diesem Informationsstand auch nicht verheimlicht werden, dass die Ausbildung zum Feuerwehrmann zahlreiche Ausbildungsstunden beinhaltet und manche Einsätze, gerade bei Verkehrsunfällen, nachhaltig auf die eingesetzten Kräfte wirken. Und obwohl es manches Mal arg schlimm ist, was die freiwilligen Helfer bei ihren Einsätzen zu sehen bekommen, ist die Freiwillige Feuerwehr nach wie vor immer da, wenn der Notruf 112 gewählt wird.

(RP)