Kalkar: Feuerwehr: 4 Mio. für sieben Standorte

Kalkar: Feuerwehr: 4 Mio. für sieben Standorte

Die Kalkarer Wehr hat ein Konzept für den Erhalt der Standorte vorgelegt. In Appeldorn, Wissel und Niedermörmter soll neu gebaut werden. Kernsanierung der restlichen Gebäude. Politik und Verwaltung signalisieren Zustimmung.

Da war sie wieder, die blaue Wand. Erneut haben mehr als 50 freiwillige Feuerwehrmänner aus Kalkar — allesamt in blauer Uniform — der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Feuer- und Katastrophenschutz beigewohnt, dieses Mal sogar unterstützt von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr. Und tatsächlich verfehlt der seit Monaten geschlossene Auftritt der Wehr seine Wirkung nicht. Alle im Stadtrat vertretenen Fraktionen haben mittlerweile auf den Kurs der Feuerwehr eingeschwenkt — und der hat bekanntlich zum Ziel den Erhalt aller sieben Feuerwehr-Standorte im Stadtgebiet. So regte sich im Ausschuss kein Widerspruch, als Löschzugführer Christian Umbach das Konzept der Feuerwehr für die Neustrukturierung der Wehr vorstellte.

Das Konzept im Detail: "Wenn Löschgruppen zusammengeschlossen werden und es nur noch drei Standorte gibt, können wir unsere Schutzziele nicht mehr erreichen. Außerdem würde es wohl zahlreiche Austritte geben. Die Feuerwehrleute identifizieren sich mit ihrem Stadtteil", sagte der Brandoberinspektor. Die Feuerwehr plädiert für einen Neubau der Gerätehäuser in Appeldorn, Wissel und Niedermörmter. Entgegen der Planung des Gutachters Frank Werker empfiehlt die Feuerwehr, das Gerätehaus in Appeldorn an den Ortsausgang Richtung Kehrum zu verlagern. Dadurch könne das Industriegebiet Kehrum schneller erreicht werden, so Umbach. In Wissel sähe die Feuerwehr einen Neubau gerne am Ortsausgang in Richtung Till und in Niedermörmter in der Ortsmitte. "In Niedermörmter könnte die Alternative eine Kernsanierung sein. Das muss man prüfen", sagte Umbach.

Für die Gerätehäuser in Grieth, Hönnepel, Emmericher Eyland und Kalkar empfiehlt die Feuerwehr eine Kernsanierung. Dabei sollte laut Umbach an die Fahrzeughallen angebaut werden, so dass innen mehr Platz ist. Außerdem sollten die Sanitäranlagen aus- und umgebaut werden, so dass sie auch weibliche Feuerwehrleute nutzen können.

Umbach legte auch eine Kostenrechnung vor. So veranschlagt die Feuerwehr für den Neubau in Appeldorn 850 000 Euro, für den in Wissel 930 000 Euro und für den in Niedermörmter 1 065 000 Euro. Die Sanierungsmaßnahmen in Grieth, Hönnepel und Emmericher Eyland belaufen sich nach den Berechnungen der Feuerwehr auf jeweils 250 000 Euro, und für die Kernsanierung in Kalkar müssen laut Wehr 420 000 Euro aufgewendet werden. Alles in allem macht das 4 015 000 Euro. "Das sind rund 100 000 Euro weniger, als Gutachter Werker für drei Standorte berechnet hatte", betonte Umbach.

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Die Feuerwehr schlug vor, im kommenden Jahr mit den Maßnahmen in Appeldorn, Emmericher Eyland und Grieth zu beginnen, 2016/17 Wissel sowie Hönnepel und 2018/19 Niedermörmter und Kalkar folgen zu lassen. Diese Reihenfolge ergebe sich aus dem Zustand der Gerätehäuser.

Regina Janßen (CDU) lobte die Feuerwehr und sagte: "Die CDU steht hinter dem Konzept, alle Standorte zu erhalten." Willibald Kunisch (Bündnis 90/Die Grünen) erwiderte, "dass vielleicht die Neugründung einer Partei der Grund für das Umschwenken der CDU gewesen ist". Er kritisierte Bürgermeister Gerhard Fonck dafür, dass Gutachter beauftragt worden waren. "Vielleicht hätte man für deren Entgelt schon eine neue Feuerwehrhalle bauen können", sagte Kunisch. Die SPD wollte wissen, ob am Standort Niedermörmter Asbest verbaut worden sei. "Davon hat die Verwaltung keine Kenntnis", antwortete Stadtoberbaurat Frank Sundermann.

Auch Bürgermeister Fonck zeigte sich angetan vom Feuerwehr-Konzept und will die Verwaltung jetzt prüfen lassen, wie es umzusetzen ist.

(RP)
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