Feuer verschonte Kalkars St. Nicolai Kirche

Historischer Ortskern: Kerze sorgte für Feuer in Dachstuhl

Das historische Kalkar hätte ernsten Schaden nehmen können, zum Glück gelang es der Feuerwehr, den Dachgeschossbrand an der Kalkarer Straße frühzeitig zu löschen. Mittlerweile ist auch die Brandursache bekannt.

Von ANJA SETTNIK

Gerade einmal drei bis vier Meter liegen zwischen der Fassade der St.-Nicolai-Kirche und der Brandwohnung. Groß war die Sorge der Feuerwehrleute, dass die Flammen überspringen würden – auf die Pfarrkirche oder die Wohnhäuser in der unmittelbaren Nachbarschaft. Das historische Kalkar ist nicht nur ein unbedingt erhaltenswertes mittelalterliches Ensemble, es ist auch ein Sorgenkind der Feuerwehr. Denn die alten Häuser sind meist direkt aneinander gebaut, klassische Stadthäuser eben.

Ein zunächst überschaubarer Dachstuhlbrand kann da schnell furchtbare Folgen haben. Zum Glück kam es dazu nicht, der Kalkarer Wehr gelang es, Schlimmeres zu verhindern. Um 4.40 Uhr waren der Löschzug Kalkar Mitte und der Löschzug Nord zu einer unklaren Rauchentwicklung gerufen worden. Diese stellte sich als ein Dachstuhlbrand auf der Altkalkarer Straße heraus. Als die Freiwilligen Feuerwehrleute eintrafen, brannte der Dachstuhl bereits in voller Ausdehnung.

Wie berichtet, hatten die Bewohner bereits vor Eintreffen der Hilfskräfte das Haus verlassen. „Das ist das Wichtigste. Ich bin dankbar, dass niemand zu Schaden gekommen ist“, sagte Pastor Alois van Doornick. Natürlich sei er auch froh, dass seiner Kirche (die auf dieser Seite keine Fenster besitzt) nichts passiert ist, aber im Vergleich zur Unversehrtheit von Menschen sei das doch zweitrangig. Ein Übergreifen auf das benachbarte Gebäude konnte durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr verhindert werden. „Durch die Strohpuppen im Dach kam es schnell zu einer Durchzündung. Weil man früher die aneinander grenzenden Dächer aber unterschiedlich hoch baute, ging das Feuer nicht gleich aufs Nachbarhaus über“, erklärte Feuerwehr-Sprecherin Manuela Mohn. Neun Atemschutztrupps und die Drehleiter der Nachbargemeinde Bedburg-Hau waren ebenfalls im Einsatz. Nachgefordert wurde der Abrollcontainer Atemschutz, um die Versorgung der Helfer mit Atemschutzflaschen sicherzustellen. Insgesamt waren 52 Feuerwehrmänner unter der Einsatzleitung von Helmut Hessel über vier Stunden lang im Einsatz. Die Altkalkarer Straße wurde für die Durchfahrt gesperrt.

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Das Haus und die Geschäftsräume von „Silberstreif“, der Goldschmiede von Susanne Oster-Friedrichsen, sind derzeit ebenso wenig zu nutzen wie die Wohnung darüber. Das Ladenlokal ist komplett ausgeräumt, die Geschäftsfrau hat einen Zettel in ihre Eingangstür geklebt: „Zwangspause wegen Brandschaden“. Wer Reparaturarbeiten abholen oder etwas kaufen möchte, soll Oster-Friedrichsen in ihrer privaten Bedburg-Hauer Wohnadresse anrufen: Tel. 02821 69333.

Die Kriminalpolizei hatte das Haus versiegelt und den Brandort beschlagnahmt, denn es wurde nicht ausgeschlossen, dass eventuell Brandstiftung als Ursache für das Feuer in Frage kam. Amtliche Schreiben mit der fett gedruckten Zeile „Betreten verboten“ hingen warnend in der Tür. 

Montagnachmittag kam jedoch die Entwarnung: Polizei-Pressesprecher Michael Ermers erklärte, ursächlich für das Feuer sei eine heruntergebrannte Kerze in der Wohnung des zweiten Obergeschosses gewesen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Haus in der Altstadt von Kalkar brennt

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