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Feuer vernichtete leerstehenden Bordellbetrieb bei Kalkar

Brand im Bordell in Kalkar : Unbekannter informiert über Feuer im Haus Manier

Der frühere Bordellbetrieb an der B 57 ist nahezu komplett abgebrannt. Bagger riss Mauern nieder, um die Glutnester freizulegen. Ursache noch unklar.

Zuletzt hatte es die Örtlichkeit vor drei Jahren in die Schlagzeilen geschafft. Damals stand der Eigentümer und Betreiber des Erotikclubs „Haus Manier“ wegen Steuerhinterziehung und nicht gezahlter Abgaben vor Gericht. Bald darauf war der bordellartige Betrieb am Ende und stand seitdem leer. Nun verwüstete ein Feuer das bekannte gelbliche Haus an der Xantener Straße am Ortsausgang von Kalkar. Was die Ursache des Brandes war, steht noch nicht fest.

 Nach dem Brand: Es bleibt ein Bild der Verwüstung.
Nach dem Brand: Es bleibt ein Bild der Verwüstung. Foto: Anja Settnik

Wie die Polizei mitteilte, war der Brand in der Nacht zu Samstag gegen 2.30 Uhr ausgebrochen. Das Gebäude, das die Polizei als „ehemaligen gastronomischen Betrieb“ bezeichnet, kennt jeder, der schon mal auf der B57 zwischen Xanten und Kalkar unterwegs ist. Lange Zeit warb ein Schild für „Haus Manier, Geöffnet ab 11 Uhr“, zuletzt stand dort nur noch „Privat“. Nun liegt ein Großteil des Gebäudes in Schutt und Asche. Laut Manuela Mohn von der Feuerwehr Kalkar hatte jemand anonym angerufen und das Feuer gemeldet.

„Zunächst dachten wir, es sei noch jemand im Gebäude, das war aber zum Glück nicht der Fall.“ Starke Rauchentwicklung und wiederkehrende Durchzündung machte es den Einsatzkräften schwer. Mehrere Anbauten standen lichterloh in Flammen. Die Wehrleute konnten nur unter Atemschutz in das verqualmte Gebäude. „Das ist da alles sehr verwinkelt, es gibt viel Dämm- und Isolierungsmaterial, das gut brennt. Wir brauchten fünf Stunden, um das Feuer zu löschen“, so Mohn. Ein Bagger riss am Morgen Wände ein, damit tatsächlich auch die letzten Glutnester beseitigt werden konnten.

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Das „Haus Manier“, in dem früher der Clubbesitzer mit seinen osteuropäischen Mitarbeiterinnen wohnte und sie ihren Geschäften nachgingen, steht unmittelbar vor dem Bahndamm, auf dem früher der Zug von Xanten nach Kleve unterwegs war. Es war deshalb nur von der Bundesstraße 57 aus möglich, das Feuer anzugreifen. Die Feuerwehr Kalkar hielt bis zum Mittag Wache. Ein Löschfahrzeug stand dazu am Straßenrand. Noch am Morgen war die Abfahrt vom Kreisverkehr Richtung Xanten abgebunden.

Neben dem Löschzug Mitte waren Appeldorn und Hönnepel im Einsatz, Grieth unterstützte die Kameraden später mit Kaffee und Würstchen. „Am Morgen löste uns der Löschzug Wissel ab, weil ,Stadtmitte’ zur Fortbildung nach Münster musste“, berichtet Manuela Mohn. Der entstandene Sachschaden ist momentan nicht zu beziffern. Die Ermittlungen zur Brandursache wurden noch in der Nacht von der Kriminalpolizei aufgenommen und dauern an.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Feuer in Kalkar in ehemaligem Nachtclub