Bedburg-Hau-Till-Moyland: Feuer-Alarm in der Tiller Senioren-Residenz

Bedburg-Hau-Till-Moyland : Feuer-Alarm in der Tiller Senioren-Residenz

Zwei Pflegerinnen des Alten-Wohnheimes haben mit Feuerlöschern die Flammen gelöscht, bevor der Brand sich ausbreiten konnte. Ein 54-jähriger Patient hatte laut Polizei zuvor seine Matratze angezündet.

Es ist 2.28 Uhr, als gestern in der Klever Feuerwehr-Leitstelle der Alarm eingeht. Die Rauchmeldeanlage der Kloster-Residenz in Till-Moyland signalisiert ein Feuer in dem Senioren- und Betreuungsheim, in dem derzeit 77 Personen untergebracht sind und deren Leben nun in Gefahr ist. Unverzüglich alarmiert die Leitstelle den Löschzug Till und erkundigt sich per Telefonanruf in dem Heim, ob dort tatsächlich ein Brand ausgebrochen ist. Da Mitarbeiter der Residenz dies bestätigen, ordnet die Leitstelle auch den Einsatz des Löschzuges aus Hasselt und des Klever Rettungsdienstes an.

Von außen war gestern nicht zu erkennen, dass es in der Tiller Kloster-Residenz gestern Nacht gebrannt hatte. Foto: Gottfried Evers

Als einer der ersten Brandbekämpfer ist Michael Hendricks am Einsatzort in Till-Moyland. Auf den ersten Blick erkennen die Feuerwehrleute kein offenes Feuer. Dennoch bauen die 30 Einsatzkräfte eine komplette Wasserversorgung auf. Zeitgleich gehen Feuerwehrleute unter schwerem Atemschutz ins Gebäude und dringen bis zum Brandort vor — einem Zimmer im Dachgeschoss der Kloster-Residenz.

Doch die Gefahr, dass sich das Feuer ausbreitet und damit das Leben der 77 Bewohner gefährdet, war zu diesem Zeitpunkt bereits gebannt — dank des laut Michael Hendricks vorbildlichen Einsatzes der zwei dienst habenden Pflegerinnen.

Die 29-jährige Mitarbeiterin aus Uedem und die 36-jährige Angestellte aus Bedburg-Hau waren, sofort nachdem die Rauchmelder Alarm gegeben hatten, ins Dachgeschoss geeilt und hatten mit Feuerlöschern eine brennende Matratze gelöscht. Der 54-jährige Bewohner des Zimmers hatte sich zuvor bereits in Sicherheit bringen können.

Zwar mussten die anderen Bewohner der betroffenen Station evakuiert werden. Bis auf die Pflegerinnen, die ambulant in einem Krankenhaus behandelt wurden, erlitten laut Feuerwehr-Sprecher Michael Hendricks aber keine weiteren Personen Verletzungen. Die Höhe des Schadens nannte der stellvertretende Heimleiter Björn Klein "gering".

Dass die Pflegerinnen so gut reagiert hätten, ist laut Björn Klein auch auf die jährliche Schulung der Mitarbeiter in Sachen Brandbekämpfung zurückzuführen. "Dabei wird nicht nur das Löschen, sondern auch das Bergen von Menschen geübt", sagt Björn Klein.

Dass Brände in einem Altenheim weitaus schlimmere Folgen haben können, zeigen Beispiele. So starben bei einem Feuer in einem Seniorenheim in Duisburg Mitte Juli 2012 zwei Männer. Neun Bewohner erlitten damals Verletzungen. Eine Tote und 13 Verletzte — so lautete die tragische Bilanz eines Brandes, der erst in der Nacht zum vergangenen Samstag in einem Altenheim in Arnsberg ausgebrochen war. Und am 25. August dieses Jahres war ein 88-Jähriger durch ein Feuer in einem Heim in Hamm ums Leben gekommen. Ausgelöst wurden die Brände — zumindest in Hamm und in Duisburg — durch eine Zigarette. In den meisten Altenheime ist Bewohnern das Rauchen auf ihren Zimmern erlaubt.

Die Matratze im Tiller Altenheim geriet laut Polizei in Flammen, weil der 54-jährige Bewohner sie mit einem Feuerzeug angesteckt hatte. Der Mann war im "beschützenden Bereich" — so nennt das Heim auf seiner Internetseite die Station — untergebracht. In diesem Trakt des Gebäudes, aus dem die Patienten nicht eigenständig in andere Bereiche gelangen können, gibt es laut dem stellvertretenden Heimleiter zwölf Einzel- und zwei Doppelzimmer. In den Zimmern seien Personen auf richterlichen Beschluss untergebracht — weil sie dement seien und/oder sie sich und andere gefährden könnten. Der 54-Jährige aus dem Seniorenheim in Till ist gestern in ein Krankenhaus verlegt worden.

(RP)
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