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Kalkar: Fast 2 Millionen Euro Defizit in Kalkars Kasse

Kalkar : Fast 2 Millionen Euro Defizit in Kalkars Kasse

Kalkars Kämmerer Stefan Jaspers hat im Rat den Haushaltsplanentwurf eingebracht. Der Stadt fehlen Einnahmen in Millionenhöhe.

Es geht aufwärts in Kalkar. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte lautet: Der Stadt fehlen weiterhin Einnahmen in Millionenhöhe. Das Defizit im Haushalt 2013 beläuft sich auf 1,88 Millionen Euro. Dies verkündete Kämmerer Stefan Jaspers bei der Einbringung seines Haushaltsplanentwurfs.

"Nachdem das Haushaltsjahr 2012 davon geprägt war, den Einbruch im Jahre 2011 zu verarbeiten, die Haushaltssicherung zu vermeiden, gestaltete sich der Haushalt 2013 wieder etwas normaler", sagte Jaspers. "Die Stadt Kalkar ist weiter nicht in der Lage, ihre Aufwendungen aus laufender Geschäftstätigkeit vollständig aus den Erträgen aus laufender Verwaltungstätigkeit zu bestreiten." Das heißt: Die Stadt gibt mehr aus als sie einnimmt.

Im Vergleich zum Haushalt 2012 stellt das Ergebnis zwar eine Verbesserung um knapp 450 000 Euro dar. "Doch besser heißt, dass wieder fast zwei Millionen Euro der Allgemeinen Rücklage entnommen werden müssen, weil die Ausgleichsrücklage ja zwischenzeitlich aufgebraucht ist" gab Jaspers zu bedenken. Insofern sei es folgerichtig, dass das in diesem Jahr beschlossenen Haushaltssicherungskonzept fortgesetzt werden müsse. Die Folgen des Sparkurses seien offensichtlich, so der Kämmerer. "Instandhaltungen und Sanierungen können nicht im erforderlichen Umfang geleistet werden." Es würden rund 0,3 Prozent der ursprünglichen Vermögenswerte in die Sanierung von Gebäuden gesteckt – "sachgerecht sind bis zu 1,8 Prozent", mahnte Jaspers. Mittlerweile hätte sich ein beträchtlicher Instandhaltungsstau gebildet. Für diese Maßnahmen sollen nach dem Willen des Kämmerers Geld in die Hand genommen werden: Abdichtung der Kelleraußenwände (48 000 Euro) und Sanierung von Bodenbelägen (20 000 Euro) an der Grundschule Kalkar sowie Austausch der Fenster (165 000 Euro) des Städtischen Museums.

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Um alle vorgesehenen Investitionen durchführen zu können, müssen laut Jaspers erneut keine Kredite aufgenommen werden. "Gleichzeitig ist eine Tilgung in Höhe von rund 431 000 Euro veranschlagt. Somit ist auch 2013 eine Entschuldung in gleicher Höhe möglich", erläuterte der Kämmerer. Die Verschuldung werde zum Jahresende 2013 somit bei unter 7,5 Millionen Euro liegen.

Gemischte Gefühle dürfte bei den Kalkarern die Höhe der Steuern und Abgaben auslösen. Während die Gebühren für die Abfallentsorgung und die Friedhöfe konstant gehalten werden, zeichnen sich beim Abwasser und beim Niersverband Erhöhungen, beim Winterdienst eine teilweise Senkung ab. Grundsteuer A und B sowie die Gewerbesteuer sollen unangetastet bleiben.

Einen Lichtblick gibt es: Die Einnahmen aus der Gewerbe-, Einkommen- und Umsatzsteuer entwickeln sich weiterhin positiv.

(RP)