Kalkar: Familie und Steyler feiern Gedenken an Bischof Lörks

Kalkar: Familie und Steyler feiern Gedenken an Bischof Lörks

Zu einem denkwürdigen Gottesdienst trafen sich mit der Josefsgilde und der Familie Lörks/Lörcks Gläubige aus dem Kalkarer, Klever und Gocher Raum in Kalkars St.-Nicolai-Kirche. Vor 75 Jahren wurden 1942 sechzig evangelische und katholische Missionare auf einem japanischen Militärschiff exekutiert, zuerst unter 30 Steyler Brüdern, Schwestern und Patres der erste Bischof von Neu-Guinea Josef Lörks aus Kalkar-Hanselaer vom Wayschen Hof, danach Bruder Benignus Ernst Franken aus Goch.

Da sie, um dort auf den Inseln um Papua-Neuguinea wirken zu können, die englische Staatsangehörigkeit unter australischer Aufsicht angenommen hatten, wurden sie im Zweiten Weltkrieg von den mit Deutschland verbündeten Japanern als Spione verdächtigt. Bischof Lörcks hatte seine Nazi-Gegnerschaft im anbrechenden Dritten Reich schon 1933 in seinem Wappenspruch bei der Bischofsweihe kundgetan: "Dein Reich komme!"

Pater Peters aus Goch erinnerte in seiner lebendigen und zu Herzen gehenden Predigt an die Anfänge des Bistums auf den Inseln zwischen Japan und Australien, an das vom Bischof aus Hamburg hinübergesteuerte Missionsboot "Stella Maris" und an das Glaubenszeugnis der Missionare. Sie hatten ein Weggehen aus den Gemeinden auf den Inseln abgelehnt und wollten sich nicht nach Australien in Sicherheit bringen lassen, sondern lieber bei den Eingeborenen und den Christengemeinden bleiben. Pater Peters hatte einen Priesterstudenten der Steyler Missionare aus Papua-Neuguinea mitgebracht, der dankbar am Heimatort seines ersten Bischofs Lieder zur Gitarre vorsang und ein Grußwort auf Deutsch sprach, da er bis Herbst ein Praktikum in Deutschland absolviert.

Die Kalkarer Josef-Lörks-Grundschule wird im Laufe des Jahres an den Gedenktag erinnern und den Grundschülern und ihren Familien die Lebensgeschichte des Namengebers neu vorstellen. Der Altar der Josefsgilde in St. Nicolai sollte in seinem Mittelstück vor dem Krieg dem Bischof als Zeichen der Verbundenheit überbracht werden, was aber im Rahmen der Kriegswirren unterblieb. Gern ließen sich die anwesenden Mitglieder der Familie Lörks/Lörcks mit den Steylern vor dem Wappenbild des Bischofs ablichten.

(RP)