Jugendbuch-Kolumne: Ein Blick hinter Audreys Sonnenbrille

Jugendbuch-Kolumne : Ein Blick hinter Audreys Sonnenbrille

Das Jugendbuch „Schau mir in die Augen, Audrey“ erzählt eine Familiengeschichte und fasst das ernste Thema Angststörung auf.

Das zweite Buch, das ich vorstellen möchte, heißt „Schau mir in die Augen, Audrey“ und ist von Sophie Kinsella geschrieben worden. Wahrscheinlich kommt einigen der Name Kinsella bekannt vor, denn die britische Autorin hat auch mit humorvollen Erwachsenen-Romanen großen Erfolg. Von ihr stammt unter anderem das Buch „Shopaholic – die Schnäppchenjägerin“, das sogar verfilmt worden ist.

Aber Sophie Kinsella schreibt auch Romane, die für Jugendliche geeignet sind. In dem Buch „Schau mir in die Augen, Audrey“ geht es um die 14-jährige Audrey, die an ihrer alten Schule etwas Schlimmes erlebt hat. Deshalb erholt sie sich davon zuhaue bei ihrer durchgeknallten Familie. Dazu gehören: ihre Daily-Mail süchtige Mum, ihr in einer Band spielender Dad, ihr kleiner vierjähriger Bruder Felix und ihr computersüchtiger Bruder Frank.

Audrey trägt wegen des Vorfalls in der Schule immer eine dunkle Sonnenbrille, weswegen ihr Nachbar sie gerne „Filmstar“ nennt. Zur Schule geht die Jugendliche auch nicht mehr – sie leidet unter einer Angststörung. Audrey muss zu Doktor Sahra gehen, wo sie die Aufgabe bekommt, eine Dokumentation über ihre Familie zu drehen und später ihre Familienmitglieder zu interviewen. Das soll Audrey aus ihrem Loch rausholen.

Außerdem gibt ihr Doktor Sahra die Aufgabe, zu Starbucks zu gehen, aber schon der Gedanke daran verursacht bei Audrey Panikattacken. Der einzige Mensch, den sie an sich heranlässt, ist Linus, der beste Freund ihres Bruders. Sie bemerkt, dass sie Bauchkribbeln bekommt, wenn ihr Bruder ihn erwähnt. Linus hilft Audrey aber auch in das normale Leben zurück, was nicht ganz so einfach ist, wie Audrey es sich erhofft hat.

Das Buch ist sehr lustig geschrieben, macht aber auch etwas nachdenklich. Es ist zwar ein Jugendbuch, doch auch meiner Mutter, die es gelesen hat, hat die Geschichte gut gefallen.

Melissa Akouete, 13 Jahre alt, liest leidenschaftlich gerne und schreibt an dieser Stelle alle paar Wochen über ihre Buchtipps. Foto: Bianca Mokwa

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