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Jana Rogmann aus Kevelaer über das Studieren nach der Weihnachtspause

Die Studierenden-Kolumne : Raketenstart in die Klausurenphase

Nach den besinnlichen Feiertagen nimmt einen der Studienalltag wieder voll in Beschlag. Die Corona-Pandemie sorgt mit dafür, dass einiges komplizierter ist.

Nach der Weihnachtszeit kommt der Alltag. Und vielerorts zeigt sich dasselbe Problem: Fast allen fällt es schwer, sich nach dem Essenskoma und der ganzen Besinnlichkeit morgens wieder um sieben Uhr aus dem Bett zu rollen. Im Dunkeln zu frühstücken und – wie seit mittlerweile zwei Jahren – den Laptop anzuschalten für die Uni. Oder im Kalten zur Arbeit zu fahren. Es ist ein Hochfahren aller Triebwerke von null auf hundert. Von Essen und Nichtstun auf Stress und Klausurenphase. Ein Raketenstart. Auf einmal verlangen alle gleichzeitig, dass ich gemeinsame Treffen organisiere, Extra-Schichten arbeite, die britische Geschichte vom 18. Jahrhundert bis jetzt auswendig kann und Ideen für neue Projekte habe. Noch mit den letzten Weihnachtsplätzchen im Mund telefoniere ich über den Schichtplan im Februar, während ich über WhatsApp abkläre, was wir genau über Agnes Grey wissen müssen.

Wie geht das mit dem Klausuren schreiben überhaupt nochmal? Dank Corona hatte ich zwei Jahre nur Hausarbeiten und bin ein bisschen überfordert. Genau wie mein Mitbewohner, der mir erzählt, dass alle seine Klausuren ins Digitale verlegt wurden. „Da wird wohl wieder eine Gruppenarbeit nötig“, ergänzt er lachend.

  • Medizinisches Personal in der Intensivstation (Symbolbild).
    Pandemie : Omikron-Welle hat Intensivstationen noch nicht erreicht
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  • Die Personallage im Klinikum ist stabil.
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Die Klausurenphase Anfang Februar lag also für alle doch irgendwie näher an Silvester als erwartet. Dazu kommt eine große Unsicherheit. Viele meiner Freund*innen wissen noch gar nicht, wie die Klausuren durchgeführt werden oder ob sie bis April die Uni noch mal von innen sehen werden. Omikron hat nämlich ebenfalls einen Raketenstart hingelegt, und jetzt haben vier Kolleg*innen gleichzeitig Corona. Also wurden fast alle Spaßveranstaltungen für diesen Monat abgesagt, und die Planungstreffen fürs Uni-Radio sind plötzlich wieder vor dem Bildschirm. Das hilft nicht gerade für die aktuelle Lernmotivation, und alle fünf Tage erzählt mir jemand, dass er oder sie am liebsten alles hinschmeißen würde. Denn die Energie für die Klausur-Vorbereitungen kommt nicht aus der Steckdose. Ich finde sie bei einer Referatsbesprechung mit Kommilitoninnen, einem Stoffsammlungsvergleich bei einem Cappuccino mit Hafermilch oder einer Diskussionen über Much Ado About Nothing in einer Kneipe nach zwei Kölsch.

Das alles fällt, mal wieder, weg. Vielleicht sagen jetzt einige von euch: Wie jeden Winter halt. Ja, wie jeden Winter halt. Dann brauchen wir jetzt einen Raketenstart für die Motivation. Vor Februar bitte.

Jana Rogmann, 21 Jahre alt, kommt aus Kevelaer und studiert im fünften Semester Komparatistik und englische Literatur in Bonn. An dieser Stelle berichtet sie alle paar Wochen von ihrem Leben als Studentin.
Foto: JR