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Impuls-Beratungstelle: Die Belastungen für Frauen sind gestiegen

Die Frauen-Kolumne : War was?

Viele Frauen haben die Monate in der Corona-Pandemie als rückschrittig erlebt: Stärker als zuvor mussten sie ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen, um sich um die Belange der Familie zu kümmern.

In diesen Zeiten sind Frauen mehr denn je erheblich hoch und sogar mehrfach belastet. Welche „Blessuren“ oder auch nachhaltigeren Schäden sie und ihre Kinder letztendlich davontragen werden, ist ebenso ungewiss wie der weitere Verlauf der Pandemie.

Welche Veränderungen sich bis heute jedoch bereits vollzogen haben, hören wir täglich in unseren Beratungen. Die Frauen beschreiben physische und psychische Erschöpfungszustände, Ängste und Panikattacken. Sie machen sich große Sorgen um die eigene Zukunft und selbstverständlich auch die ihrer Kinder, ihrer Familien. Sie wünschen sich, dass endlich wieder ein Stück „Normalität“ in ihren Alltag zurückkehrt.

Viele der Frauen haben die vergangenen 14 Monate auch für sich persönlich als rückschrittig erlebt. Mehr als vorher sind sie diejenigen, die sich in vielerlei Hinsicht um die Belange ihrer Familien kümmern müssen, die eigene Bedürfnisse zurückstellen und täglich bemüht sind, alles unter einen Hut zu bringen. Dies war und ist für Alleinerziehende sicherlich besonders belastend, aber ebenso für Frauen, die in Partnerschaften leben. Die jeweilige Belastbarkeit der Frau ist von vielen Faktoren abhängig: so zum Beispiel vom sozialen Status, der meist einhergeht mit der finanziellen Situation, oder auch vom jeweiligen Netzwerk, sprich familiäre und/oder soziale Kontakte.

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Werden wir hier zukünftig ganz einfach an die Zeit „vor Corona“ anknüpfen, nach dem Motto „War was?“ oder aber hat diese Krise einen Prozess in Gang gebracht, der uns noch einmal nachdenken lässt über Vor- und Nachteile beziehungsweise positive und negative Errungenschaften für uns Frauen in den vergangenen Jahren?

Gemeinhin wird gesagt, dass durch eine Krise meist auch eine Stärkung bewirkt wird. Inwiefern und in welcher Form dies auf Frauen allgemein, auf unsere Klientinnen und uns als Beraterinnen zutrifft und zum Ausdruck kommt, wird sich in unseren zukünftigen Beratungen zeigen.

Mit den aktuell sinkenden Inzidenz-Zahlen und der Aussicht, dass es bald Lockerungen geben könnte, weil es mit dem Impfen jetzt schneller vorangeht als noch vor Wochen, tritt für viele Frauen gerade ein wenig die Hoffnung in den Vordergrund, dass in absehbarer Zeit wieder etwas Normalität eintritt.

Ja, es war was! Und es war und ist gewaltig anstrengend.

Marion Claaßen ist Sozialarbeiterin bei der Frauenberatungsstelle Impuls in Goch. FOTO: IMPULS