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Frauenberatungsstelle Impuls feiert ihr 20-jähriges Bestehen

Die Frauen-Kolumne : Ein Hoch auf uns Frauen!

„Impuls“ ist längst eine unverzichtbare Institution im Kreis Kleve. Ob Beziehungsprobleme, häusliche oder sexualisierte Gewalt sowie Essstörungen – betroffene Frauen wissen die Anlaufstelle zu schätzen.

Die Frauenberatungsstelle Impuls feiert in diesen Tagen ihr 20-jähriges Bestehen. Zeit und Anlass, nicht nur auf das besondere Jahr 2020 zurückzublicken, sondern auch auf die Arbeit der vergangenen 20 Jahre.

Am 1. Dezember 2000 nahm die erste Mitarbeiterin der Beratungsstelle ihre Arbeit in Goch auf. Inzwischen arbeiten wir mit vier hauptamtlichen Beraterinnen an den Standorten Goch, Kleve, Geldern und Emmerich sowie einer unentbehrlichen Bürokraft. Die Trägerschaft hierfür hat der Verein „Frauen helfen Frauen“ inne, der sich 1980 gründete und maßgeblich auch an der Einrichtung des Frauenhauses im Jahr 1982 im Kreis Kleve beteiligt war.

Beides stieß politisch zunächst nicht umfänglich auf Gegenliebe. Es mussten dicke Bretter gebohrt werden. Inzwischen sind beide Einrichtungen aus der Beratungslandschaft nicht mehr wegzudenken. Dies drückt sich auch in der finanziellen Unterstützung der Beratungsstelle durch alle 16 Kommunen des Kreises aus.

In diesen 20 Jahren kamen tausende Frauen mit den unterschiedlichsten Anliegen zu uns in die Beratung. Themen waren neben Beziehungsproblemen oft auch häusliche und sexualisierte Gewalt sowie Essstörungen. Das immer weiter ausgebaute Netzwerk mit anderen wichtigen Institutionen wie Polizei, Justiz und anderen frauenrelevanten Anlaufstellen trug und trägt wesentlich zu einer guten Unterstützung der Frauen bei.

Für viele von ihnen waren und sind wir als „Impuls“-Geberinnen hilfreich, und auch umgekehrt konnten wir durch zahlreiche Impulse seitens der Frauen wichtige Themen in die Öffentlichkeit tragen, um mehr Sensibilität und Verständnis für frauenspezifische Belange zu erreichen.

Insbesondere im Verlauf dieses Jahres ist noch einmal deutlich geworden, wie wichtig die Frauen grundsätzlich für ein funktionierendes Ganzes sind, vor allem aber wie wichtig sie in der jetzigen Krise sind. Sei es beim Homeschooling, im Pflegebereich und all den anderen Arbeitsbereichen, in denen vornehmlich Frauen tätig sind. Aber auch an den inzwischen stetig steigenden Zahlen häuslicher Gewalt lässt sich ablesen, dass Frauen auch innerfamiliär weiterhin oft als Puffer herhalten müssen für Missstände beziehungsweise Konfliktsituationen. Und das sollte sich ändern.

Da braucht es keinen Applaus, sondern neben einer besseren Bezahlung einfach mal mehr Respekt und Anerkennung. In diesem Sinne ein Hoch auf uns Frauen!

Marion Claaßen ist Sozialarbeiterin bei der Frauenberatungsstelle Impuls in Goch.
FOTO: IMPULS