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Familien-Kolumne: Anke Kirking musste schwere Entscheidungen treffen

Die Familien-Kolumne : Ein großes Herz ist der Familienmanagerin Lohn genug

Unsere Autorin fühlt sich wie eine Managerin, die jeden Tag tausend Entscheidungen treffen muss. Für ihre Work-Life-Balance hat sie sich nun für eine Mutter-Kind-Kur entscheiden.

In der letzten Zeit habe ich gefühlt jeden Tag tausend Entscheidungen getroffen. Viele davon auch mit weitreichenden Konsequenzen. Eine Entscheidung war, dass ich mit meinen Kindern eine Mutter-Kind-Kur machen werde. Coronakonforme Hygiene-Konzepte werden uns wohl auch in der Kur begleiten. Ebenso wie die „homeschoolingartige“ Mappe mit den Aufgaben für die drei Wochen in der kureigenen Schule.

Die Jungs werden die letzten zwei Wochen vor den Ferien also verpassen. Natürlich habe ich mich gefragt, ob das gut ist und ob sie dadurch nicht noch mehr Unterricht versäumen. Wenn ich jetzt eine Managerin wäre, würde ich es vielleicht mit der Work-Life-Balance-Formel betrachten. Damit wir alle wieder gut und konzentriert arbeiten können, brauchen wir diese Kur. Das gilt auch für mich. Es liegen sehr anstrengende Wochen hinter uns. Durch Homeschooling, Homeoffice, Wechselmodell und Kurzarbeit mussten wir uns auf immer neue Situationen einstellen. Aber auch auf sehr viele Dinge verzichten, wie wohl die meisten von uns. Oft wusste ich nicht, ob das so richtig ist, was ich da gemacht habe. Soll ich mich und die Jungs testen lassen, damit wir shoppen gehen können, oder lieber zu Hause bleiben und online bestellen? Ist es gut, dass die Schulen wieder öffnen oder nicht? Soll ich mich impfen lassen oder nicht? Kann man schon in den Urlaub fliegen oder soll man lieber warten?

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In der freien Marktwirtschaft ist es so, dass die Menschen, die viele, wichtige Entscheidungen treffen müssen, auch sehr gut dafür bezahlt werden. Mein Managergehalt bekomme ich daher von meinen Jungs. Sie honorieren mich reichlich, indem ich sehe, wie liebevoll sie miteinander umgehen. Wie sie mich anstrahlen und mir von ihrem Tag erzählen, oder wenn der Badezimmerspiegel von „meinem Künstler“ verziert wurde.

Als Familienmanagerin habe ich sehr großzügige Arbeitgeber mit einem sehr großen Herzen für ihre Managerin. Auch, wenn ich in Zukunft immer wieder Entscheidungen treffen muss, die weitreichend sind, die hart sind, die schwer sind und bestimmt auch mal ungerecht, so hoffe ich doch immer, dass meine Jungs auch die nächste Gehaltserhöhung nicht vergessen. Da aber schon die nächsten wichtigen Entscheidungen an der Tür klopfen, muss ich jetzt schnell zum Ende kommen. Es schallte bereits die Frage durch die Wohnung, was es denn zum Abendbrot gibt. Eine schwere Frage… Ich glaube ich muss erst mal einen Arbeitskreis gründen und die Situation erfassen (was ist im Kühlschrank, was wird gebraucht, wer geht einkaufen).

Heute Abend steht noch eine wichtige Videokonferenz an… puh, wir Managerinnen haben es nicht leicht.

Anke Kirking lebt mit ihren Söhnen im Alter von acht und zwölf Jahren in Geldern. An dieser Stelle berichtet sie alle paar Wochen von ihrem Leben als Familienmanagerin. Foto: EVE