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Die SPD Kevelaer setzt eine Erhöhung der Tagespflegesätze nicht durch.

Sozialpolitik in Kevelaer : SPD scheitert mit Antrag zur Tagespflege

Die Genossen hätten gerne die Sätze für Tagesmütter und -väter in Kevelaer erhöht. Doch die anderen Fraktionen zogen nicht mit. Hier hätte man ein Zeichen der Wertschätzung setzen können, so die SPD.

Norbert Baumann ist immer noch enttäuscht. „Ich hätte gedacht, dass andere Parteien bei unserem Vorschlag mitziehen. Dass er komplett abgelehnt wird, ist schade für die Stadt“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende. Die Genossen hatten beantragt, den Stundensatz für die Tagespflege zu erhöhen, also das Geld für die Tagesmütter und -väter. „Immer wieder wird gesagt, dass die Tagespflege systemrelevant ist. Aber Lob und Klatschen allein helfen den Betroffenen hier nicht weiter, hier hätten wir als Stadt Kevelaer die Chance gehabt, ein Zeichen zu setzen. Diese Möglichkeit haben wir verstreichen lassen“, sagt Baumann. Denn der Antrag der Genossen wurde im Ausschuss abgelehnt. Bei der dort verabschiedeten neuen Satzung für die Tagespflege wurden die Stundensätze nicht geändert.

Kevelaer hinke bei den Stundensätzen hinterher. Die Stundenpauschale für Tageseltern betrage in der Marienstadt 3,10 Euro. Hinzu kommen 1,80 Euro Sachaufwand, macht zusammen 4,90 Euro, rechnet Baumann vor. Der Kreis Kleve zahle den Kommunen ohne eigenes Jugendamt (kleinere Städte und Gemeinden wie Weeze, Issum oder Straelen) 5,23 Euro, in Geldern würden sogar 5,60 Euro gezahlt. Der Spitzenwert im Kreis. „70 Cent Unterschied pro Stunde sind schon eine Hausnummer“, sagt Baumann.

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Die SPD hatte daher vorgeschlagen, den Stundensatz in Kevelaer auf 5,05 Euro zu erhöhen. „Damit hätten wir immer noch unter den Sätzen der anderen Kommunen gelegen, aber wir hätten ein Zeichen gesetzt, dass wir die Arbeit wertschätzen. Wir haben auch extra nicht mehr gefordert, um die anderen Fraktionen mitzunehmen. Aber leider hat das nicht funktioniert“, sagt Baumann.

Dabei habe Tagespflege eine große Bedeutung. Tageseltern würden die Kinder in ihrer Entwicklung begleiten. Aus pädagogischer Sicht sei die Betreuung in Kleingruppen, wie sie die Tagespflege biete, ideal. Eine Tagesmutter oder ein Tagesvater als verlässliche Bezugsperson gebe den Kleinkindern Sicherheit und Orientierung. Tagespflege sei flexibel und helfe den Eltern bei der Organisation ihres Berufsalltags. „Die geringe Entlohnung gerade in den sozialen Berufen sorgte in den Medien und in der Öffentlichkeit immer wieder für Empörung“, steht im SPD-Antrag.

Hier habe die Wallfahrtsstadt nun einen Ansatzpunkt, um eine der systemrelevanten Gruppen zu unterstützen, und sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Gerade in der Pandemie sei immer wieder die Bedeutung der systemrelevanten Berufe betont worden. „Die Tageseltern gehören sicherlich zu dieser Berufsgruppe“, meint Baumann. „Auf viele Dinge haben wir als Stadt keinen Einfluss. Doch bei der Tagespflege ist die Kommune direkt zuständig und hätte die Möglichkeit gehabt, etwas konkret für diese Berufsgruppe zu tun. Wir hatten auch nur eine Erhöhung um fünf Prozent gefordert, in der Hoffnung, dass jemand von den anderen Fraktionen mitzieht. Leider vergeblich“, bedauert Baumann.