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Falsche Polizisten: Betrüger in Kleve-Kellen

Betrugsmasche : Falsche Polizisten erbeuten hohen Geldbetrag

Eine Seniorin ist in Kellen Opfer von Betrügern geworden. Die Unbekannten nutzten das Vertrauen der 77-Jährigen aus. Die Polizei warnt vor der zuletzt immer häufiger auftretenden Masche.

(lukra) Eine Seniorin ist in Kellen Opfer des „Falsche Polizisten“-Tricks von Betrügern geworden. Die 77-Jährige hatte einen Anruf mit unterdrückter Nummer von einem ihr unbekannten Mann erhalten. Im Hintergrund seien Lärm und Stimmen zu hören gewesen - die Polizei vermutet, dass es sich dabei um ein Call-Center gehandelt haben könnte.

Der Anrufer gab sich als Beamter der Klever Polizei aus und sagte der Frau, dass in der Nähe Einbrecher festgenommen worden seien. In einem Notizbuch der Einbrecher hätte der Name der 77-Jährigen gestanden. Der Mann fragte die Frau, ob sie Geld oder Schmuck im Haus habe. Als die Senioren erwiderte, dass ihr Geld bei einer Bank angelegt sei, sagte der Täter demnach, dass es auch dort nicht sicher wäre, da Mitarbeiter der Bank mit der Mafia zusammenarbeiten würden.

In mehreren Anrufen habe der Täter ein Vertrauensverhältnis zum Opfer aufgebaut. Am folgenden Tag hob die 77-jährige einen häheren Geldbetrag von ihrer Bank ab. Sie steckte es nach Aufforderung des Anrufers in eine Tüte und stellte diese vor die Tür. Ein Bote holte das Geld ab.

Die Frau beschreibt den Boten als einen jüngeren, sehr schlanken Mann mit einem spitzen Gesicht. Er soll dunkle Haare gehabt haben, die vorne etwas voller waren, und einen längeren schwarzen Bart. Bekleidet war er mit einem rot-schwarz karierten Hemd.

Der Polizei sagte die Frau, dass sie den sogenannten „Enkeltrick“ zwar kenne, von der Masche mit den falschen Polizisten aber noch nichts gehört habe. Darum ruft die Polizei Angehörige und sonstige Vertrauenspersonen von Senioren auf, mit diesen über die in jüngerer Vergangenheit häufiger gemeldete Betrugsmasche zu sprechen.

Bei einem Anruf der Polizei erscheint nie die Notrufnummer 110 im Telefondisplay. Gibt sich ein Anrufer als Polizeibeamter aus, sollen sich Betroffene den Namen nennen lassen und die örtliche Polizei anrufen, um dort nach dem Namen zu fragen.Überhaupt nie sollte man Auskünfte über Vermögensverhältnisse oder andere sensible Daten geben, nach verdächtigen oder ungewöhnlichen Anrufen Verwandte oder sonstige Vertrauenspersonen informieren.

Wer einen solchen Anruf bekommen hat, soll sofort Verwandte und die Polizei unter der Notrufnummer 110 verständigen.