Ex-Prinz Maarten Vijselaar hat einen Verein gegründet

Klever Karneval: Klever Narren planen Karnevalsmuseum

Ex-Karnevalsprinz Maarten Vijselaar und sechs weitere Karnevalisten wollen in Kleve ein Karnevalsmuseum eröffnen. Bis dahin hat der eigens zu diesem Ziel gegründete Verein aber noch viel Arbeit vor sich.

Schon im 13. Jahrhundert wird der Klever Karneval in den Annalen erstmalig erwähnt. Die lange Geschichte der fünften Jahreszeit wollen sieben Karnevalsfreunde aus Kleve nun mit einem Museum für die Öffentlichkeit aufarbeiten. 1. Vorsitzender des eigens dafür gegründeten Vereins „Klever Karnevalsmuseum e.V.“ ist Maarten Vijselaar, der die Klever Narren als Prinz Maarten „der Lachende“ durch die vergangene Session führte.

Das Schlüsselerlebnis, das den siebenköpfigen Verein zur Gründung des Museumsvereins bewegte, war ein Besuch bei dem mittlerweile verstorbenen Manfred Reuter. Reuter, mehrfach Gardist in Klever Prinzengarden, hatte in seinem Gartenhaus eine erstaunliche Sammlung alter Orden und anderer Erinnerungsstücke aus der fünften Jahreszeit angehäuft. Jährlich empfing er die Garden in seinem karnevalistischen Kleinod – zu Maarten Vijselaar sagte Reuter, der da bereits schwer krank gewesen ist, im Januar: „Du bist wahrscheinlich der letzte Prinz, den ich einladen konnte.“

Ein trauriger Moment für Vijselaar und seine Garde – ein Moment aber auch, der den Prinzen und sechs weitere Personen aus seiner Garde schließlich zu dem Entschluss brachte: „Die vielen Geschichten von Menschen wie Manni Reuter dürfen nicht einfach erlöschen. Wir wollen die Erinnerungen, Anekdoten und Erinnerungsstücke zusammentragen und erhalten.“

Gesagt, getan: Der Museumsverein wurde gegründet und ist mittlerweile so weit organisiert, dass die Beteiligten die Öffentlichkeit ansprechen möchten. Denn wie Manfred Reuter haben viele Karnevalsfreunde aus Kleve Erinnerungsstücke aus der Vergangenheit gesammelt und einmalige Geschichten erlebt, „die nicht einfach verloren gehen dürfen“, sagt Vijselaar.

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Viele Erinnerungsstücke hat der Verein bereits zusammengetragen, etwa ein Plakat vom ersten Rosenmontagszug nach dem Zweiten Weltkrieg. „Gecke in et Kleef’se Land – von dese en denn andre Kant“ lautete das Motto 1955. Auch erste Interviews mit Zeitzeugen aus vergangenen Jahrzehnten wurden bereits geführt – weitere werden aufgerufen, ihre Erinnerungen mit dem Verein zu teilen. „Wirte, Kellnerinnen, Hausmeister – wir sprechen jeden an, der Berührungspunkte mit dem Karneval hatte“, sagt Vereinsmitglied Tim Tripp.

Dem Verein geht es auch darum, zu zeigen, dass Karneval mehr ist, als nur Feiern und Trinken. Das Museum soll alle Facetten des Karnevals abbilden – vom Gardealltag über das Training der Tanzgarden bis hin zur Entwicklung der fünften Jahreszeit im Laufe der Dekaden. Ziel des Vereins ist die Aufbereitung und Dokumentation des Brauchtums in seiner Ganzheit. „Denn Kleve ohne Karneval“, sagt Vijselaar, „das ist wie Kleve ohne die Schwanenburg.“

Bis das Museum eröffnet, hat der Verein also noch einiges vor. In welchen Räumlichkeiten das Museum irgendwann eingerichtet wird – das sei noch Zukunftsmusik, sagt der Vorsitzende Maarten Vijselaar. „Wir machen uns natürlich schon Gedanken dazu, aber im Vordergrund steht das Zusammentragen von Artefakten und Erinnerungen.“ Wer den Verein unterstützen will, findet auf der Internetseite www.klever-karnevalsmuseum.de weiterführende Informationen. Der Vorsitzende Maarten Vijselaar ist telefonisch unter 0173-7862137 zu erreichen.