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Evagelische Gemeide sucht Kontakt zu jungen Menschen

Kirche : Mehr und neue Begegnungen suchen

Die evangelische Gemeinde in Kleve will auch auf neue Zielgruppen zugehen. Ein Aktion lautet „Kirche findet Stadt“. Zudem werden Fragebögen verteilt.

Die evangelische Kirche in Deutschland setzte vor einigen Wochen ein mächtiges Ausrufezeichen, als das Kirchenparlament die 25 Jahre alte Philosophiestudentin Anna-Nicole Heinrich zur neuen Präses wählte. Es war ein Zeichen der Handreichung in Richtung jüngerer Generationen, die noch nicht so recht zum kirchlich organisierten Glauben gefunden haben. Auch die evangelische Gemeinde in Kleve will nun auf neue Zielgruppen zugehen – darunter insbesondere Jüngere. Das Corona-Jahr war auch für die Geistlichen herausfordernd. Gottesdienste waren nur unter besonderen Hygienevorkehrungen ohne Gesang möglich, viele andere Angebote fielen gleich ganz aus.

In den kommenden Monaten will die Kirchengemeinde das neue Gemeindehaus an der Versöhnungskirche eröffnen. Doch neben den Gemeindegruppen, Chören und Konfirmationsgruppen sei Platz für weitere vielfältige Interessen und Begegnungen, erklären die Verantwortlichen der Gemeinde. So wollen sich die Protestanten nun mit gleich mehreren Fragen an die Bevölkerung wenden: Was fehlt in unserer Stadt? Was stärkt die Nachbarschaften? Welche Talente wollen miteinander gelebt und getauscht werden? „Wir wollen die Menschen fragen, was sie brauchen und wie wir diese Bedarfe als Kirche angehen können. Das Ziel ist klar: Wir wollen als Gemeinde für andere da sein. Hoffentlich erreichen wir so auch junge Menschen, die sonst bislang wenig mit der Kirche in Kontakt gekommen sind“, sagt Pfarrer Martin Schell.

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Zuletzt gab es bereits einen ersten Fragebogen-Durchgang unter den Gemeindemitgliedern mittels eines Gemeindebriefes. Im Juni soll es unter dem Titel „Kirche findet Stadt“ in die Stadtteile gehen. „Wir werden sicher auch die Fußgängerzone mal hoch und runter laufen“, sagt Pfarrer Martin Schell im Gespräch mit unserer Redaktion. Ausgewertet werden die Fragebögen dann von dem eigens für diese Aktion einberufenen Arbeitskreis „Gemeinwesenarbeit“. Diese Runde trifft sich einmal im Monat. Unterstützt werden die Ehrenamtler bei ihrem Vorhaben von einer Quartiersmanagerin der Diakonie. Die Antworten sollen gesammelt, ausgewertet und schlussendlich präsentiert werden. Eine Online-Fassung des Fragebogens ist nun bereits auf der Homepage der Kirchengemeinde unter www.kleve.ekir.de abrufbar. Klever sind ausdrücklich aufgerufen, sich mit entsprechenden Antworten zu beteiligen.

Zwei Initiativen hat die Gemeinde darüber hinaus bereits konkret ins Auge gefasst. So soll der Rasen an der Versöhnungskirche demnächst mit Hochbeeten und Bänken bestückt werden. Dort soll künftig mit der Gemeinschaft gepflanzt und geerntet werden, mit von der Partie ist auch der Verein „Gemeinschaftsgärten Essbares Kleverland“. Außerdem soll ein Projekt mit digitalen Geräten an den Start gebracht werden, das Einsamkeit aufbrechen und neue Zugänge zur Kirche schaffen soll.